Coesfeld
Letzte Halco-Mitarbeiter sollen bereits zum 31. März gehen

Coesfeld. Weiter unklar ist die Zukunft der rund 200 Halco-Mitarbeiter, die von der geplanten Schließung des Werkes im Gewerbegebiet Otterkamp (175) und in Stadtlohn (25) durch die Hüls-Gruppe betroffen sind (wir berichteten). Gestern trafen sich Vertreter der Geschäftsleitung, der Betriebsräte und der IG Metall zu ersten Verhandlungen, die aber ergebnislos verliefen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. „Die Geschäftsleitung führt diese ernsthaften Gespräche, wie es sich gehört, mit den gewählten Arbeitnehmervertretern und nicht in der Öffentlichkeit. Deshalb werde ich mich zum aktuellen Stand der Gespräche nicht äußern“, gab sich Paul Jähn, Chief Executive Officer (CEO) der Hüls-Gruppe, gegenüber unserer Zeitung zugeknöpft.

Samstag, 13.10.2018, 10:08 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 20:05 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 10:08 Uhr

Von Gewerkschaftsseite war zu erfahren, dass die letzten Arbeitsverhältnisse bei Halco nicht wie ursprünglich vom Unternehmen angekündigt Mitte des Jahres 2019, sondern bereits zum 31. März auslaufen sollen. Darüber zeigten sich die Arbeitnehmervertreter entsetzt. Noch immer können sie nicht nachvollziehen, warum Halco als gesunder Betrieb überhaupt geschlossen werden soll. Die vom Sanierungsgeschäftsführer vorgetragenen Begründungen seien „in wichtigen Punkten nur schwerlich nachvollziehbar“, so die Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Bergerbusch und Freddy Tausendfreund in einer gemeinsamen Erklärung mit der IG Metall. Sie kritisieren, dass die Entscheidung ohne jede Beteiligung der Betriebsräte getroffen worden sei, so dass Alternativen nicht einmal ansatzweise hätten eingebracht werden können.

Ein großer Streitpunkt ist die Gründung einer Transfergesellschaft, die den Halco-Mitarbeitern helfen soll, schnell in neue Jobs zu kommen. Die Geschäftsleitung habe diese „kategorisch abgelehnt“. Die Arbeitnehmervertreter prüfen nun Abfindungs- und weitere Angebote der Arbeitgeberseite. Als „völlig unzureichend“ bezeichnete Jürgen Schmidt, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, aber schon einmal das vom Unternehmen vorgesehene Sozialplanvolumen: „Mit Abfindungen auf Schmalspurniveau kann der Schaden, der den Beschäftigten aus dem Verlust der Arbeitsplätze entsteht, nicht ausgeglichen werden.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6119229?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker