Coesfeld
Coesfeld bekommt neuen Bahnhof

COESFELD (ds/pd). Mehrere Monate lang arbeiteten die Planer der Stadt, der Bahnentwicklungsgesellschaft (BEG) NRW und der Deutschen Bahn zusammen mit den Investoren der Firma H+T Konzeptbau aus Vreden und den Coesfelder Architekten Evers (EAP) im Stillen an Coesfelds neuem Entree. Gestern Morgen präsentierten sie dann ganz ohne großen Bahnhof einfach per E-Mail das Ergebnis: Das alte Coesfelder Bahnhofsgebäude soll schon im nächsten Jahr abgerissen und durch einen Neubau aus Glas und Backstein ersetzt werden. Durch eine Mischung in den Nutzungen soll der Bereich belebt und als attraktive Adresse etabliert werden. Neben dem Reisezentrum der Bahn und Wartebereichen sind an der Stelle ein Fahrradparkhaus, Gastronomie, Praxen, Büros und Wohnungen vorgesehen.

Donnerstag, 01.11.2018, 07:54 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 22:51 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 01.11.2018, 07:54 Uhr
Coesfeld: Coesfeld bekommt neuen Bahnhof
So sieht der Bahnhofsneubau aus, der schon im kommenden Jahr entstehen könnte. Rechts im Bild: das bestehende Caféhaus Braun. Plan: Evers Architekten Partnerschaft Foto: az

„Wir haben jetzt gemeinsam ein schlüssiges und tragfähiges Konzept für den Coesfelder Bahnhof gefunden und freuen uns, dass es nun endlich losgehen soll. Wichtig war uns, dass der Bahnhof selbst nun endlich aufgewertet wird: der Durchgang für die Fahrgäste, die Sanitäranlagen und die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und PKW. Die Bahnanlagen selbst und die Flächen zum Bahnweg hin sind schon topp, jetzt müssen das Empfangsgebäude und der Vorplatz nachziehen“, wird Bürgermeister Heinz Öhmann in der Pressemitteilung zitiert.

Die Stadtverwaltung möchte den bisherigen Bahnhofsvorplatz, der auch weiterhin öffentlich genutzt werden soll, von der BEG erwerben. Vereinbart worden, so Öhmann, sei, dass auch ein öffentlicher Wartebereich und eine Toilettenanlage integriert werden. Und: „Die Fläche für die neue große Fahrradabstellanlage werden wir vom Investor anmieten“.

Die Eingriffe sind nach Aussage von Architekt Johannes Evers weitreichend. Entgegen der ersten Überlegung, Teilbereiche des alten Bahnhofs in das Konzept zu integrieren, werden die historischen Gebäude komplett entfernt und durch Neubauten ersetzt. „Die Bestandimmobilie hat sich bei intensiven Untersuchungen als so marode herausgestellt, ein Erhalt macht keinen Sinn“, so Wolfgang Hoffschlag, einer der Investoren.

Das Konzept ist auf zwei Bauabschnitte ausgelegt: Im ersten entsteht an nahezu gleicher Stelle wie das Bestandgebäude ein dreigeschossiger Neubau. Das zusammenhängende Gebäude wird durch Glaselemente in drei Bauteile aufgeteilt. „Was uns an dem Projekt gereizt hat, war unter anderem die hervorragende Lage des Standortes“ so Hoffschlag „unmittelbare Nähe zum ÖPNV, hoch frequentiert, perfekte Nahversorgung sowie fußläufige Anbindung an die Innenstadt“.

Die Suche nach Mietern hat schon begonnen. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit Interessenten“, so der Investor.

Durch den Neubau wird im 1. Bauabschnitt eine Fläche von cirka 3400 Quadratmetern angeboten, bei einer Baumasse von cirka 15 000 Kubikmetern. Bestandteil des Konzeptes der Architekten ist bereits eine Erweiterung, die das Gesamtkonzept städtebaulich abrunden wird. „Sollte sich der erste Bauabschnitt so entwickeln, wie wir das erhoffen, wird die Erweiterung nicht lange auf sich warten lassen“, so Hoffschlag.

Zustimmen muss den Plänen für das neue Bahnhofsquartier, zu dessen Investitionsvolumen nichts zu erfahren war, nun noch der Stadtrat. Den Politikern werden die Verträge am 8. November vorgelegt. Sie könnten schon eine Woche später unterzeichnet werden.

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