Coesfeld
„Vorwurf aus der Luft gegriffen“

Coesfeld. Thomas Backes ist spürbar sauer. „Der Vorwurf der Ungleichbehandlung der beiden Investoren durch die Stadt ist völlig aus der Luft gegriffen. Wir werden ihn ausräumen“, sagt der Erste Beigeordnete auf Anfrage unserer Zeitung. Mehr sagt er nicht. Details sollen in einem Gespräch mit den am Bahnhofsprojekt Beteiligten am Montag geklärt werden.

Samstag, 10.11.2018, 12:02 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 18:33 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 10.11.2018, 12:02 Uhr

Die Verwirrung über den am Donnerstagabend in der Ratssitzung thematisierten Vorwurf, der schließlich dazu führte, dass die Abstimmung über die Neubaupläne verschoben wurde, hält also an. Fraktionsvertreter äußern sich vorsichtig. „Es ist an uns herangetragen worden, dass die Vermutung diskutiert wird, dass möglicherweise die Voraussetzungen für die beiden Investoren nicht identisch waren“, formuliert Ralf Nielsen, dessen SPD-Fraktion den Antrag auf Vertagung gestellt hatte. Es müsse zweifelsfrei geklärt werden, dass im Laufe des Verfahrens nicht eine Aufweitung der Bedingungen erfolgt sei, um irgendetwas möglich zu machen.“ Genauer wird auch Nielsen nicht. Auch den anderen Fraktionen lagen aber offenbar vergleichbare Informationen vor, denn sehr einmütig hatten sie sich dafür ausgesprochen, alle Verdachtsmomente auszuräumen – gerade weil es beim Bahnhof um ein besonders sensibles Gebäude gehe.

Worin genau die Ungleichbehandlung des zweiten gegenüber dem ersten Investor liegen könnte, sagt niemand öffentlich. Zwischen den Zeilen ist zu hören, dass Grundstücksfragen, das Verhältnis von privaten und öffentlichen Flächen und die Art ihrer Nutzung sich im Lauf des Verfahrens verändert haben könnten – mit finanziellen Konsequenzen und brisant, weil der Siegerentwurf das alte Bahnhofsgebäude integriert hätte, der Zweitplatzierte nicht.

Unterdessen signalisieren die Sieger des Wettbewerbs, die ihren Entwurf später zurückgezogen haben, dass sie kein Interesse haben, erneut ins Verfahren einzusteigen. Weder Eco.Plan als Investor noch ihm gehe es darum, das jetzige Konzept des Zweitplatzierten zu verhindern, betont Architekt Andreas Bodem. „Wir möchten lediglich wissen, ob wir alle die gleichen Rahmenbedingungen hatten.“ Manfred Höne von Eco.Plan war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nach Auskunft von Thomas Lennertz, Geschäftsführer der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW, die Verhandlungspartner der Investoren ist, hat Höne gestern seinen Verzicht erklärt. Auch Lennertz betont: „Von uns ist niemand ungleich behandelt worden.“

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