Coesfeld
Aufforderung zum Tanz

Coesfeld. Es klingt wie eine Aufforderung zum Tanz. When you turn I turn with you. Wenn du dich drehst, drehe ich mich mit dir. So der Titel der Ausstellung mit Arbeiten von Anja Ganster, die morgen um 17 Uhr im Kunstverein Münsterland eröffnet wird. Ein Titel, der den Kern dessen trifft, was Anja Ganster in ihrer Kunst umtreibt: die Bewegung, die Drehung im Raum, das Wechselspiel der Elemente im Raum und nicht zuletzt die Frage nach der menschlichen Wahrnehmung all dessen. Der Betrachter ihrer wunderbar komponierten, stillen und doch so kraftvollen Bilder darf sich drehen, staunen und entdecken und sich dabei ein wenig so fühlen wie ein Kind, vor dessenAugen ein Mobile tanzt.

Sonntag, 11.11.2018, 10:02 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 17:59 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 11.11.2018, 10:02 Uhr
Coesfeld: Aufforderung zum Tanz
Bewegung, Raum und Wahrnehmung sind zentrale Themen im Werk von Anja Ganster. Ab Sonntag stellt die Künstlerin am Jakobiwall aus. Foto: ct

Da gibt es zum Beispiel ein Arbeitszimmer, aus drei unterschiedlichen Perspektiven gemalt, zu sehen an drei verschiedenen Wänden im Kunstverein. Wer sich ihnen nach und nach zuwendet, verlässt die Rolle des außenstehenden Betrachters und fühlt sich mitten hineingestellt in die Intimität des Zimmers.

Wer in diesem Tanz nur einen Sidestep wagt, entdeckt gleichermaßen, wie sorgsam choreografiert diese Ausstellung ist. Neben dem Blick ins Arbeitszimmer ist das Aquarell eines Buches zu sehen. Ein Detail des Interieur von nebenan? Liegt dieses Buch dort irgendwo auf dem Schreibtisch oder im Regal? Wovon mag es handeln? „Im Betrachter entsteht so ein eigener Erzählstrang“, sagt Anja Ganster gestern im Pressegespräch.

Die 1968 in Mainz geborene und in Binningen (Schweiz) lebende Künstlerin arbeitet vor allem nach Fotos, die sie von Räumen, Dingen und Menschen überall auf der Welt macht. Ihr Fernweh und ihre Neugier führten sie nach England, Frankreich, Spanien, nach Australien, Brasilien und Kolumbien. Einen Sehnsuchtsort hat sie noch nicht persönlich erkundet, aber dennoch auf Papier und Leinwand gebracht: den Mond. Der Erdtrabant fügt sich ein und erweitert die Auseinandersetzung mit Bewegung und Raum. Kein Zufall, dass der Blick auf Gansters Mond-Bilder nicht vorbei kommt an der faszinierenden Bodenskulptur „Gezeitenreibung“.

Zur Vernissage morgen um 17 Uhr sind alle Interessierten willkommen. In die Ausstellung führt die Vorsitzende des Kunstvereins, Jutta Meyer zu Riemsloh, ein. Anja Ganster wird ebenfalls anwesend sein.

| Bis 6. Januar

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