Coesfeld
Bewegung beim Bahnhofs-Projekt

Coesfeld. In die Entwurfsplanung für den neuen Bahnhof ist offenbar nach den vielen Bürger-Protesten nochmal richtig Bewegung gekommen. Stadtbaurat Thomas Backes hob am Mittwochabend im Bau-Ausschuss hervor, dass im Stadtrat das notwendige gemeindliche Einvernehmen mit dem Neubauvorhaben zunächst nur „in Aussicht gestellt“, nicht sofort erteilt werden solle. Die Maßnahme soll eng vom Gestaltungsbeirat der Stadt begleitet werden. Backes erinnerte daran, dass man sich in einem Wettbewerbsverfahren befinde. Die Bedingungen dafür seien vom Rat einstimmig auf den Weg gebracht worden. Danach sei neben Erhalt oder Teil-Einbeziehung der alten Bausubstanz auch ein Abriss und eine Neubebauung möglich, sagte er mit Blick auf Pro Coesfeld, die heute den Erhalt des alten Bahnhofs-Mittelteils fordern, damals aber den Bedingungen, und damit auch einem eventuellen Neubau, mit zugestimmt hätten.

Donnerstag, 06.12.2018, 20:33 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 20:36 Uhr
Coesfeld: Bewegung beim Bahnhofs-Projekt
Zeichnungen, wie der neue Coesfelder Bahnhof mal aussehen könnte, dürfen wir noch nicht zeigen. Eine Leserin hat uns dafür mit einem historischen Motiv ausgeholfen. Es zeigt das Richtfest des alten Bahnhofsgebäudes, das 1910 eröffnet wurde. Foto: az

An einen Neubau werden in der Wettbewerbsausschreibung allerdings hohe Qualitätsanforderungen gestellt. Dieser muss „mindestens die architektonischen Qualitäten und die Signifikanz des ursprünglichen Bahnhofsgebäudes aufweisen“ und „einen unverwechselbaren Ort“ markieren, heißt es in dem Text. „Signifikanz – na ja“, deutete Backes in der Bauausschusssitzung erstmals auch Zweifel der Verwaltung an, ob der Vorschlag des Vredener Investors H&T Konzeptbau dem Maßstab gerecht wird.

Bei dem Entwurf der Coesfelder Architekten Evers handelt es sich auch nicht um den zum 2. Sieger gekürten Wettbewerbsbeitrag. Ursprünglich hatten sie auch den alten Bahnhofsmittelteil mit einbezogen – aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wurde das nun aber verworfen. Das hat vor allem damit zu tun, dass zwei wichtige Anker-Mieter, die fest eingeplant waren, ausfielen. Ein Wohnprojekt des Vereins IBP ließ sich dort wegen veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen nicht realisieren. Und die DB Netz AG, die ursprünglich auch mit ihrer Netzinstandhaltung in den Bahnhof einziehen wollte, hat zwischenzeitlich, weil ihr der Planungsprozess zu lange dauerte, einen eigenen Neubau nebenan begonnen (wir berichteten).

Die Entwurfsverfasser arbeiten augenscheinlich derzeit mit Hochdruck daran, die erforderliche „Signifikanz“ noch zu erreichen. Backes warf per Beamer in der Sitzung erste Skizzen an die Wand. Der AZ wollte er diese aber nicht aushändigen: „Ich bin nicht autorisiert, das der Presse zu geben.“ Die Skizze deutete erhebliche Veränderungen des Baukörpers mit Schräg- statt Flachdächern, einer repräsentativen, über zwei Stockwerke gehenden Empfangshalle und einer verspringenden Front an. Die endgültigen Pläne sollen erstmals in der Ratssitzung am 19. Dezember auf den Tisch kommen. Vielleicht als vorgezogene Weihnachtsüberraschung...

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