Coesfeld
Von einer Bastion aus Fische gucken

coesfeld. Die Pläne für den kleinen Park am Normannwehr (an der Promenade bei der Linden-Apotheke) sind noch mal überarbeitet worden – und haben jetzt breite Zustimmung im Bau-Ausschuss des Stadtrates gefunden. CDU, Pro Coesfeld und SPD votierten für die Umsetzung – Grüne, Aktiv für Coesfeld/Familie und FDP blieben allerdings bei ihrer ablehnenden Haltung.

Freitag, 07.12.2018, 20:54 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 21:56 Uhr
Coesfeld: Von einer Bastion aus Fische gucken
So soll der kleine Park am Normannwehr einmal aussehen: vorne die Berkel-Umflut mit der neuen Sohlgleite für Fische. Links oben die in Beton eingefasste Bastion, die auch Menschen mit Behinderungen ermöglichen soll, einen Blick aufs Wasser zu werfen. Zeichnung: Foto: az

Ganz neu aufgenommen wurde eine kleine, in Beton eingefasste Bastion, von der aus auch Menschen mit Behinderungen, die die Treppen nach unten zum Ufer nicht bewältigen können, aufs Wasser schauen können. Die Berkel-Umflut wird dort nämlich künftig noch spannender – und das ist der eigentliche Anlass für die Aufwertung dieser bislang nur wenig genutzten Grünfläche am Rande der Innenstadt: Das Stauwehr wird zurückgebaut und durch eine Sohlgleite ersetzt, um ungehinderte Fischwanderungen zu ermöglichen.

„Mir ist das immer noch zu viel Beton“, klagte Grünen-Fraktionschefin Charlotte Ahrendt-Prinz. „Wem nützt das Ganze? Was haben wir davon?“ fragte Wolfgang Kraska – und machte grinsend gleich selbst einen Vorschlag: Man könnte auf der Bastion gleich ein Denkmal errichten: „Herrn Öhmann oder Herrn Backes in Gold.“

Stadtbaurat Thomas Backes hob hervor, dass das Projekt „nicht vom Himmel gefallen“ sei, sondern unter großer Bürgerbeteiligung im Rahmen der Aufstellung des Integrierten Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes „Innenstadt 2025“ ersonnen wurde: „Aufenthaltsqualität ist das, was hier gewünscht wurde und was wir dringend brauchen“. Dem stimmten auch CDU, Pro Coesfeld und SPD zu. „Grundsätzlich unterstützen wir die neue Planung“, so Gerrit Tranel von der CDU-Fraktion. Von den Sozialdemokraten kamen noch Anregungen für Sitzgelegenheiten mit Rückenlehnen und eine ausreichende Beleuchtung, die nun trotz Mehrkosten auch noch aufgenommen werden sollen. Eine Anregung hatte auch schon der Gestaltungsbeirat gegeben: Damit die Bastion nicht gleich mit Graffitis beschmiert wird, soll die Betonoberfläche zum Schutz eine Struktur erhalten.

Diskutiert wurde vor allem noch über die Barrierefreiheit: Hermann-Josef Peters von Pro Coesfeld zeigte sich „froh, dass diese noch hergestellt worden ist.“ „Sie haben vorher falsch geplant“, hielt er der Verwaltung vor. Ahrendt-Prinz sah das Ziel weiterhin nicht erreicht. „Barrierefreiheit ist da auch gar nicht machbar“, meinte sie. Eine bessere Teilhabemöglichkeit für Menschen mit Behinderungen wollte auch Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld/Familienpartei) nicht anerkennen: „Aufs Wasser gucken kann man auch von anderer Stelle aus.“

Durch die Planänderung (Bastion) entstehen Mehrkosten von rund 90 000 Euro (Sitzmöbel und Beleuchtung noch nicht inklusive). Insgesamt sind fast 300 000 Euro zu berappen, wovon das Land 60 Prozent trägt.

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