Coesfeld
Adventsmarkt im Puderzucker-Regen

Coesfeld. Dampf steigt aus dem Kupferkessel als Ludwig Stegemann eine neue Ladung gebrannte Mandeln ansetzt. Mit einem großen Holzlöffel rührt er die Masse sofort um, damit sie nicht verbrennt. Ein Hauch von Karamell liegt in der Luft. „Eine halbe Stunde dauert es jetzt, bis die Mandeln fertig sind. Hier ist es schön warm, nur die Füße werden etwas kalt“, sagt er mit einem Schmunzeln. Schon zum zweiten Mal engagiert er sich am Stand der DaSein-Hospizbewegung auf dem Adventsmarkt Loburger Vielerlei und legt sich mächtig ins Zeug. Der Verein gehört zu den Urgesteinen, ist schon zum 14. Mal dabei.

Sonntag, 16.12.2018, 17:15 Uhr aktualisiert: 16.12.2018, 17:52 Uhr
Coesfeld: Adventsmarkt im Puderzucker-Regen
Ludwig Stegemann (l.) rührt im Kupferkessel fleißig die gebrannten Mandeln für die DaSein-Hospizbewegung auf dem Loburger Vielerlei. Tabea (2.v.l.) vom Pius-Gymnasium unterstützte ihn dabei. Seine Familie (v.r.) besuchte ihn ebenfalls: Enkel Luca, Frau Anne und Sohn Matthias. Fotos: jd Foto: az

Dabei findet der Markt insgesamt zum 15. Mal statt, wie Organisatorin Prinzessin Sophia zu Salm-Salm erklärt. „Und dann haben wir auch noch so schönes Wetter. Als ich heute aus dem Fenster geschaut habe, dachte ich, dass es besser nicht sein könnte.“ Wie eine feine Schicht aus Puderzucker hatte sich in der Nacht zu Sonntag der erste Schnee des Jahres über die Loburg gelegt. „Da kommen unsere Stände richtig schön zur Geltung.“ Rund 20 Aussteller sind gekommen, um ihre Waren an die Besucher des Loburger Vielerlei zu bringen. Alles reines Kunsthandwerk, alles selbst gemacht. So wie auch bei Keramikerin Petra Schulten Großehagenbrock aus Billerbeck. „Ich habe über zwei Bekannte den Kontakt hergestellt und bin zum ersten Mal dabei. Die Stimmung ist hier wahnsinnig heimelig. Bis jetzt läuft es gut“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Heimelig findet den Markt auch Anne Stegemann, die ihren Mann Ludwig zwischendurch am Kupferkessel besucht. „Es ist so gemütlich. Kein Kommerz. Man trifft viele Leute und auch die Aussteller kommen aus der Region. Ich bin jedes Jahr hier, mittlerweile gehört es einfach dazu.“

Neben Schnee und dem Duft von gebrannten Mandeln sorgt die Bläserbande, der Nachwuchs der Jugendblaskapelle, für die passende Stimmung. Rund 13 Weihnachtslieder hätten sie im Repertoire, erklärt Leiter Klaus Teske. „Geübt haben wir ein Vierteljahr, jetzt hatten wir schon mehrere Auftritte.“ Von Nervosität bei den jungen Musikern also keine Spur.

Für Prinzessin Salm, die selbst an dem Tag Wildwurst verkauft, eine perfekte Kombination: „Es herrscht einfach eine unglaublich entspannte Atmosphäre.“ Mit Ende des Marktes beginnen schon die Vorbereitungen für nächstes Jahr.“ Spätestens im Sommer hat sie alle Aussteller komplett. Aber von Sommer ist am Sonntag noch nichts zu spüren. Der nächste Puderzucker-Regen fällt vom Himmel.

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