Coesfeld
Ideenfindung ganz ohne Schere im Kopf

Coesfeld. Auf den Stellwänden im hinteren Bereich der Lamberti-Kirche ist noch viel Platz für „Volkes Stimme“. „Wir wünschen uns, dass sich möglichst viele Kirchgänger, aber auch Menschen, die vielleicht nicht so oft oder gar nicht mehr kommen, beteiligen“, bringt es Hartwig Heuermann, Mitglied des Kirchenvorstandes und der Steuerungsgruppe, auf den Punkt. Hintergrund: Die St.-Lamberti-Kirche soll demnächst nicht nur innen renoviert, sondern nach zeitgemäßen Gesichtspunkten umgestaltet werden – „und dazu sammeln wir Meinungen, Wünsche und Vorstellungen von allen Interessierten“, so Heuermann. Per E-Mail info@lamberti-coe.de, über die Homepage www.lamberti-coe.de, einen Zettelkasten in der Kirche, die Stellwände und im persönlichen Gespräch können diese an die Verantwortlichen heran getragen werden. Heuermann: „Jedes Kirchenvorstands- und Pfarreiratsmitglied kann angesprochen werden.“

Freitag, 04.01.2019, 17:06 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 17:08 Uhr
Coesfeld: Ideenfindung ganz ohne Schere im Kopf
Auch durch farbiges Licht kann der Kirchraum neu interpretiert werden. St. Lamberti experimentiert derzeit damit. Foto: Hartwig Heuermann

Noch bis Ende April läuft eine Testphase. Sie soll Inspirationsquelle für neue Ideen sein. Unter anderem wurden die Seitenbänke herausgenommen, so dass ein ganz neuer Raumeindruck entsteht. In den Gottesdiensten sitzt man nun enger beieinander. „Viele Reaktionen hat es darauf schon gegeben – positive und negative“, berichtet Heuermann. Die kann man teils auch auf den Stellwänden nachlesen. Da schlägt eine/r vor, die Wände und die Bänke doch im „Shabby-Chic-Look“ zu gestalten. „Die Beichtstühle können entfernt werden“, meint ein anderer. Ein weiterer kritisiert, dass die Seitenbänke herausgenommen wurden. Das sei nur „Augenwischerei“. Ältere Menschen, die noch selbstständig zur Kommunion gehen wollten, bekämen jetzt nur noch schwer vorne einen Platz.

Vieles ist denkbar – die Gemeindeleitung möchte, dass alles erst einmal ohne Schere im Kopf gedacht und gesagt werden kann. So verrückt die Ideen auch sein mögen. Ein Gedanke ist, den Altar in der Mitte der Kirche zu platzieren. Für Gottesdienste kleinerer Gruppen könnten besondere Nischen geschaffen werden. „Flexibilität wäre wichtig“, so Heuermann – denn es müssen ja auch noch die großen Weihnachtsmessen mit rund 500 Besuchern stattfinden können. Die Krise der Kirche, dass an normalen Sonntagen immer weniger kommen – sieht Heuermann auch als Chance: „Dadurch bekommen wir die Möglichkeit, etwas zu verändern.“

Da das Rad nicht unbedingt neu erfunden werden muss, wollen sich die Lambertiner auch von anderen Kirchen, die schon umgestaltet wurden, inspirieren lassen. Geplant sind Fahrten nach Emsdetten, Werne, Mönchengladbach, Aachen und Oldenburg. Alle Interessierten können mitfahren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6297694?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker