Coesfeld
Einigungsstelle nimmt die Verhandlungen auf

Coesfeld. Nach Scheitern der Verhandlungen über die beabsichtigte Schließung der Halco-Werke in Coesfeld und Stadtlohn im Dezember hatten sich Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat darauf verständigt, eine Einigungsstelle einzusetzen.

Montag, 07.01.2019, 18:43 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 04:46 Uhr

Wie der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall nun mitteilten, hat man sich mit der Geschäftsführung auf einen neutralen Vorsitzenden geeinigt. Unter Leitung des Mannheimer Arbeitsgerichts-Vizepräsidenten a. A. Lothar Jordan nehme die Einigungsstelle heute ihre Arbeit auf. Ein Fortsetzungstermin sei für die nächste Woche reserviert. Ob weitere Termine vonnöten seien, müsse der Verhandlungsverlauf zeigen, verlautete aus Kreisen der Arbeitnehmervertretung.

Auf Arbeitnehmerseite sollen neben den beiden Betriebsratsvorsitzenden, Freddy Tausendfreund und Wolfgang Bergerbusch, der IG-Metaller Jürgen Schmidt und mit Dr. Andreas Bach ein betriebswirtschaftlicher Sachverständiger der Einigungsstelle angehören. Die juristische Unterstützung der Arbeitnehmerbank erfolge durch die Kanzlei Welink aus Münster.

An der Ausgangslage habe sich, so der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall, zwischenzeitlich nichts geändert. Weiterhin stünden drei Hauptforderungen im Zentrum: „Belastbare Jobangebote mindestens für einen Teil der Halco-Belegschaft in anderen Werken der Hüls-Gruppe, angemessene Abfindungsbeträge für diejenigen, die gehen müssen und eine Transfergesellschaft für alle, die keine neue Arbeitsstelle unmittelbar im Anschluss haben.“

Die unterschiedlichen Standpunkte seien im bisherigen Verhandlungsverlauf bis hin zum Stillstand klar zutage getreten. Nun gelte es, erklärte der Gesamtbetriebsrat, „nach Schnittmengen zu suchen und eine Gesamtlösung zu entwickeln, die die Interessen der betroffenen Arbeitnehmer angemessen berücksichtigt.“ Deshalb sei betriebsrats- und gewerkschaftsseitig eine öffentliche Zwischenberichterstattung über die Verhandlungen der Einigungsstelle nicht vorgesehen.

„Wir haben, seitdem die Schließung der beiden Halco-Werke im Oktober 2018 bekannt gegeben worden ist, viel Zuspruch und Solidarität erfahren dürfen. Gerade auch die vielen guten Wünsche zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel haben uns gezeigt, dass unser Anliegen von sehr vielen Mitbürgern unterstützt wird,“ schließt die Pressemitteilung der IG-Metall.

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