Coesfeld
Bewusstsein für Missstände schärfen

Coesfeld. Der 13-jährige Umed ist schon von Geburt an körperlich behindert. Dass auf dem Familienfoto der Vater fehlt, ist keine Besonderheit. In Tadschikistan gilt eine Behinderung oft als Schande, sodass Väter die Familie verlassen und Mütter ihre Kinder alleine großziehen müssen. Schicksale wie das des Jungen zeigt jetzt die Ausstellung „Wir gehören dazu!“, die am Dienstag im Caritas-Haus eröffnet wurde.

Dienstag, 08.01.2019, 17:57 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 18:10 Uhr
Coesfeld: Bewusstsein für Missstände schärfen
Mit der Ausstellung „Wir gehören dazu!“ will der Caritasverband auf Menschen mit Behinderungen in Tadschikistan aufmerksam machen: (v.l.) Christian Dierkes (Verwaltungsleiter), Anna Kablitz (Young Caritas) und Vinzenz Mersmann (Fachdienst Integration & Migration). Foto: Florian Schütte

Verwaltungsleiter Christian Dierkes betont in seiner Ansprache zur Eröffnung das Bestreben, den „Leitgedanken einer inklusiven Gesellschaft umzusetzen“. Caritas International – das Hilfswerk des deutschen Caritasverbandes – helfe beim Blick über den Tellerrand. Wie Menschen, besonders Kinder, mit einer Behinderung in Tadschikistan – dem ärmsten Land der ehemaligen Sowjetunion – leben, zeigen die 14 großformatigen Fotos und ein sechsminütiger Film der Journalistin Jutta Müller. „Kinder haben dort, wenn überhaupt, nur das Allernotwendigste, um ein menschenwürdiges Leben zu führen“, kommentiert Vinzenz Mersmann vom Fachdienst Integration & Migration die bundesweite Wanderausstellung. „Die Ausstellung soll das Bewusstsein schärfen, dass wir weltweit Kollegen haben, die gute Arbeit unter anderen Bedingungen leisten“, sagt Mersmann.

Vorbereitet wurde die Ausstellung neben dem Fachdienst Integration & Migration besonders von der Young-Caritas-Gruppe um Anna Kablitz. „Wir versuchen, junge Menschen mithilfe von verschiedenen Aktionen für soziales Engagement zu sensibilisieren und dazu aufzufordern, selbst aktiv zu werden“, erläutert Kablitz. Ein gutes Beispiel dafür seien auch die Sternsinger, die in diesem Jahr für behinderte Kinder in Peru gesammelt haben. „Es ist also kein Zufall, dass unsere Ausstellungseröffnung an die Sternsinger anschließt“, so Kablitz, um „ein deutliches Zeichen für Menschen – und vor allem Kinder – mit Behinderung zu setzen“. 7 Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Januar zu den Öffnungszeiten des Caritas-Hauses zu sehen.

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