Coesfeld
„Schlechtestes Jahr seit Langem“

Coesfeld. Die Blutspendebilanz des DRK-Ortsvereins für 2018 fällt nicht gut aus. „Es war das schlechteste Jahr seit Langem“, bilanziert Heiko Steckel, der mit seiner Frau Cornelia und rund fünf weiteren Helfern für die Koordination und Betreuung der Blutspendetermine des DRK in Coesfeld und Goxel zuständig ist. „Wir wissen wirklich nicht, woran es gelegen hat. 2017 und 2016 hatten wir noch steigende Zahlen.“ Im vergangenen Jahr dann der Einbruch um gleich mehr als 13 Prozent.

Freitag, 18.01.2019, 18:52 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 18:56 Uhr
Coesfeld: „Schlechtestes Jahr seit Langem“
Die Zahl der Blutspenden ist im vergangenen Jahr in Coesfeld deutlich zurückgegangen. Foto: Archiv

Waren es 2017 noch 1897 Spender, so kamen in 2018 nur noch 1644 Personen. Ob es am heißen Sommer gelegen habe? „Das können wir so pauschal nicht sagen. Als es an einem Termin sehr heiß gewesen ist, sind auch überraschend viele gekommen“, so der Experte vom DRK. Die Zahl der möglichen Blutspendetermine habe sich nicht geändert. Einmal im Monat in Coesfeld, einmal im Quartal in Goxel.

Die meisten Blutspender sind laut Statistik „Wiederholungstäter“. Nur rund 70 Personen in Coesfeld und Goxel haben 2018 zum ersten Mal gespendet. „Dies ist aber kein ungewöhnlicher Trend. Das sind oft junge Erwachsene, die durch ihren Freundeskreis darauf aufmerksam geworden sind, oder gleich ganze Familien, die zusammen gehen“, sagt Heiko Steckel. „Viele müssen sicherlich erst ihren inneren Schweinehund überwinden. Wenn der erste Schritt aber getan ist, geht es oft leichter.“ Angst vor der Nadel müsse keiner haben. „Da sind echte Profis am Werk. Man spürt kaum etwas.“

Auch wenn die Altersstruktur der Spender relativ bunt gemischt sei, so mache sich doch auch der demografische Wandel bemerkbar. „Viele ältere Menschen können beziehungsweise dürfen irgendwann nicht mehr spenden, die Jüngeren haben das Thema noch nicht so präsent.“ Uneingeschränkt sei die Blutspende von 18 bis 68 Jahren möglich. „Danach prüft ein Arzt von Fall zu Fall, ob es die Gesundheit der Senioren zulässt.“

Der Ablauf einer Blutspende ist einfach. Bei der Anmeldung müssen persönliche Daten angegeben und Gesundheitsfragen beantwortet werden. Es folgt ein Gespräch mit einem Arzt, der zum Beispiel den Blutdruck prüft. „Nach der Spende folgt eine Ruhephase von rund zehn Minuten und dann kommt für viele das Beste, das große Buffet“, so Heiko Steckel mit einem Zwinkern. „Brötchen, Kaffee, Joghurts, Würstchen, Äpfel, Schokolade – da findet jeder etwas, um sich im Anschluss wieder zu stärken.“

Das Blut selbst wird im Blutspendezentrum dann auf mögliche Krankheiten wie HIV oder Hepatitis getestet, einer Blutgruppe zu geordnet und anschließend aufbereitet, um möglichst effektiv eingesetzt zu werden. Zwischen den Spenden müssen mindestens 56 Tage liegen. „Die Coesfelder Termine sind so gelegt, dass man jedes zweite Mal spenden kann. Frauen dürfen vier Mal im Jahr spenden, Männer sechs Mal“, informiert Heiko Steckel. Wer sich nicht dazu durchringen kann, selbst Blut zu spenden, aber trotzdem helfen möchte, der kann sich gerne bei dem Experten melden. „Wir können noch Unterstützung gebrauchen.“

7 Die kommenden Termine für die Blutspende: In Coesfeld jeden dritten Donnerstag im Monat, außer im Juni (wegen des Feiertages auf den Mittwoch davor verschoben) in der Zeit von 15.30 bis 20 Uhr, Rotkreuzzentrum „Henry Dunant“, Alte Münsterstraße 2a. In Goxel am 5. Februar von 16 bis 20 Uhr im Pfarrheim Herz Jesu.

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