Coesfeld
Über 50 Coesfelder teilen sich zwei Pkw

Coesfeld. Rund ein Jahr ist es her, dass das Projekt Car-sharing in Coesfeld gestartet wurde. „Die Nachfrage zu Beginn war enorm, das Info-Center der Stadtwerke am Markt und wir hatten jede Menge Anfragen zu beantworten“, blickt Markus Fischer vom Ford-Autozentrum Ebber zurück. Mittlerweile habe sich das Projekt etabliert. „Die beiden Autos, die wir an der Agentur für Arbeit und am Bahnhof stehen haben, werden regelmäßig genutzt.“ Eine genaue Zahl der Nutzer in Coesfeld wollte er sich nicht entlocken lassen. Aber deutlich über 50 seien es schon. Bei mindestens 25 Nutzern rechne sich ein Carsharing-Auto, erklärte er auf AZ-Nachfrage.

Mittwoch, 20.02.2019, 13:07 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 13:14 Uhr
Coesfeld: Über 50 Coesfelder teilen sich zwei Pkw
Zwei Ford Fiesta hat das Autozentrum Ebber, unter anderem mit Sitz in Bocholt, für das Carsharing in Coesfeld zur Verfügung gestellt – ein Projekt zusammen mit Stadt und Stadtwerken. Einfach Kundenkarte bei den Stadtwerken besorgen, vor das Lesegerät halten und starten. Foto: Jessica Demmer

Zwei Ford Fiesta stehen dank der Zusammenarbeit von Stadt, Stadtwerke und Autozentrum Ebber den Kunden zur Verfügung. „Wenn man rund 6000 bis 7000 Kilometer im Jahr fährt, dann lohnt sich die Teilnahme am Carsharing“, rechnet Fischer vor. Man habe zum Beispiel keine Reparatur- oder TÜV-Kosten des eigenen Wagens. „Wir hatten neulich einen 77-Jährigen bei uns, der nicht mehr die Arbeit mit seinem eigenen Wagen haben wollte. Er hat ihn bei uns in Zahlung gegeben und nutzt seitdem das Carsharing.“ Er habe keine Berührungsängste mit dem digitalen Buchungsprozess und der Technik gehabt. „Die Interessenten können zum Info-Center der Stadtwerke am Markt gehen und sich registrieren lassen. Sie bekommen eine Kundenkarte, die sie später vor das Lesegerät in der Windschutzscheibe halten können.“ Das Auto öffnet sich, Tankkarte und Schlüssel liegen im Handschuhfach. „Vorher muss man die Zeiten online oder via App reservieren.“

Der Tank müsse immer mindestens zu einem Viertel gefüllt sein. „Das können wir über unser System elektronisch einsehen. Wenn jemand ins Auto einsteigt und sieht, dass der Tank leer ist, kann er unsere Hotline anrufen. Wir nehmen mit dem Vormieter Kontakt auf, eine Gebühr wird fällig“, so Fischer. Die DKV-Tankkarte würde ja bereit liegen. „Es muss nur etwas Zeit fürs Tanken investiert werden.“

Sollte der Kunde zum gebuchten Zeitpunkt seinen Wagen nicht vorfinden, kann er sich ebenfalls an die Hotline wenden. „Er muss dann natürlich nichts bezahlen. Wir rufen den Vormieter an und klären, wo er gerade mit dem Auto ist. Sollte er zum Beispiel im Stau feststecken, versuchen wir so schnell wie möglich einen Ersatz zu beschaffen“, sagt Markus Fischer. „Für den Vormieter wird dann eine Verspätungsgebühr fällig. Wir empfehlen daher immer großzügig zu buchen und unter Umständen eine Stunde mehr einzuplanen.“

Abgerechnet wird das Carsharing nach Zeit und Kilometer. „Wenn man das Auto aber zum Beispiel eine Stunde eher wieder abgibt, berechnen wir nur 50 Prozent der Stunde. Der Kunde muss also in dem Fall nicht den vollen Preis bezahlen.“ Andersherum: Wenn man in einen Stau kommt und merkt, dass man nicht pünktlich sein kann, kann man die Ausleihfrist über die Hotline verlängern.

Im Falle eines Unfalls liegt die Selbstbeteiligung bei maximal 1500 Euro. „Es gibt auch die Option, 90 Euro im Jahr zu zahlen, dann senkt sich die Selbstbeteiligung auf 300 Euro.“ Kein Auto sei älter als zwei Jahre. „Das sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit. Zum Beispiel auch für Fahranfänger ein super Angebot“, so Fischer.

Ein weiterer Vorteil: „Ford Carsharing ist auch an das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn, Flinkster, gekoppelt. Kunden, die bei uns eine Karte haben, können mit dieser auch auf die rund 4000 Autos von Flinkster in der Bundesrepublik zugreifen.“

Bislang sind die beiden Fords Benziner. „Wir würden ja gerne auch Elektro-Carsharing anbieten, aber dafür ist die Technik noch nicht ausgereift genug.“ Das Aufladen dauert lange, dementsprechend verhielten sich die Standzeiten und die Preise würden höher werden. „Das ist leider noch so, aber das kann sich in Zukunft ja noch ändern.“ | www.ford-carsharing.de

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