Coesfeld
„Da ansetzen, wo Schule aufhört“

Coesfeld. Beeindruckt zeigt sich Dr. Norbert Just, Schulleiter des St.-Pius-Gymnasiums: Sechs Schüler aus der 11. Klasse zeigen nämlich ab sofort besonderes Engagement. In einem neuen Sportpatenprojekt treiben die sechs Schüler regelmäßig mit Schülern der Lamberti-Grundschule Sport. „Es ist toll, wenn sich jemand auch über den Schulalltag hinaus sozial engagiert“, weiß Just den Einsatz der Schüler zu schätzen. „Wir wollen mit dem Projekt da ansetzen, wo Schule aufhört“, ergänzt er.

Donnerstag, 21.02.2019, 20:10 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 14:12 Uhr
Coesfeld: „Da ansetzen, wo Schule aufhört“
Starten voller Motivation in das neue Kooperations-Projekt: (vorne, v.l.) Lukas Sicking und Johanna Bruns, (Mitte, v.l.) Nicole Schwarze (Lehramtswärterin an der Lamberti-Grundschule), Simon Thewes, Michaela Ellerbrock (Schulleiterin der Lamberti-Grundschule), Dr. Norbert Just (Schulleiter des St.-Pius-Gymnasiums), (oben v.l.) Tom Kaleske, Marvin Dietz, Ralf Gottheil (Sparkasse Westmünsterland), Vicky Caspers und Henning von Lehmden (Lehrer am St.-Pius-Gymnasium). Foto: Leon Seyock

Das Sportpatenprojekt wurde im Jahr 2012 von Marie Ghanbari entwickelt. Heute arbeitet sie selbst als Sportlehrerin an einer Schule in Gescher, vor sieben Jahren war sie Studentin an der Uni Münster. Das Konzept besteht darin, dass auch sozial, motorisch oder kognitiv benachteiligte Kinder die Chance bekommen, regelmäßig in Gesellschaft Sport treiben zu können. Die sechs Pius-Schüler haben sich nun dazu bereit erklärt, sich einmal in der Woche in ihrer Freizeit mit jeweils einem Schüler der LambertiSchule zu treffen.

„Ursprünglich war das Projekt nur für Studenten vorgesehen, aber wir weiten es nun auch auf Oberstufen aus“, berichtet Nicole Schwarze. Ghanbari war damals ihre Dozentin, Schwarze ist nun selbst Lehramts-Anwärterin an der Lamberti-Schule.

Ein weiterer, wichtiger Baustein des Projektes: „Die Schüler finden sich selber“, erklärt Schwarze. Das heißt: Die zwölf Schüler lernen sich in naher Zukunft gemeinsam kennen – und die Patenschaften entwickeln sich von alleine, es werden keine Schüler zugeteilt. „Auch die Kontaktpflege erfolgt zwischen den Schülern selbst“, betont Schwarze.

Die sechs Pius-Schüler treffen sich darüber hinaus regelmäßig mit Schwarze, um über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren oder um Inhalte auszutauschen. Denn diese können vielseitig sein und jeder Sportpate kann selbst entscheiden, welchen Sport er mit dem Grundschüler treiben möchte. Fahrradfahren lernen oder schwimmen gehen sind nur zwei Ideen, die Schwarze aufzählt. Das gesamte Projekt diene zur Selbstfindung und Stärkung des Selbstbewusstseins der Grundschüler – durch körperliche Anstrengungen.

„Es ist wichtig, dass Kinder schon in jungen Jahren Sport treiben. Dadurch können sie sich sozial besser entwickeln und Freunde finden“, sagt Tom Kaleske, einer der Sportpaten. Simon Thewes ergänzt: „Und es ist einfach eine gute Sache, sich sozial zu engagieren.“ Das sehen Michaela Ellerbrock, Schulleiterin der Lamberti-Grundschule, und Ralf Gottheil von der Sparkasse Westmünsterland, die das Projekt durch Spenden unterstützt, genauso. „Das ist ein sehr schönes Projekt, bei dem die Schüler neue Einblicke bekommen“, so Gottheil.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6408467?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker