Coesfeld
Keine Moschee an der Hansestraße

COESFELD (ds/pd). Der Türkisch-Islamische Kulturverein gibt seine Pläne, an der Hansestraße eine neue Moschee zu errichten, auf. Das teilte der Vorsitzende Sener Bozdere gestern Morgen Bürgermeister Heinz Öhmann in einem persönlichen Gespräch im Rathaus mit. Die Stadt hatte das Grundstück unweit des Bahnhofs für das Gebetshaus-Projekt freigehalten und wollte es dem Verein verkaufen. Daraus wird nun nichts. „Das Objekt war zu groß geplant und damit zu teuer. Uns fehlt dazu einfach das Geld. Wir hatten bei unseren Mitgliedern Spenden gesammelt, aber das reichte letztlich nicht“, erläutert Bozdere. Darüber sei man sehr betrübt, sagt er unserer Zeitung – aber es sei nicht zu ändern.

Montag, 11.03.2019, 19:23 Uhr
Coesfeld: Keine Moschee an der Hansestraße
Foto: az

Der Verein muss sich nun kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Der bisherige Gebetsraum am Katthagen, der für die rund 90 Mitglieder ohnehin schon sehr beengt war, steht nur noch bis Mitte des Jahres zur Verfügung. Laut Öhmann ist geplant, auf dem Grundstück Wohnungsbau zu ermöglichen. Außerdem sei die Promenade am Wiemannweg fertigzustellen.

Beide, Bozdere und Öhmann, hoffen laut Pressemitteilung der Stadt nun, dass sich schnell ein neuer Raum, eine Halle mit angeschlossener Wohnung (für den Imam) oder ein Haus findet, in dem der Türkisch-Islamische Kulturverein Gebetsräume einrichten kann. Bozdere: „Wir können uns ein Gebäude vorstellen, das wir entsprechend umbauen könnten. Sowohl Miete als auch Kauf kommen in Betracht.“ Wer entsprechende Räumlichkeiten kennt, kann sich gerne beim Verein oder bei der Stadt melden.

Öhmann ergänzt: „Das Grundstück an der Hansestraße ist nach wie vor städtisch. Wir werden jetzt ein Konzept entwickeln, was damit geschehen soll, nachdem der Kulturverein nun kein Interesse mehr hat“. Denn das Gelände ist, so Öhmann weiter, durchaus attraktiv: In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, gut erschlossen und auch städtebaulich interessant. Pro Coesfeld hatte es bereits als Kita-Standort ins Gespräch gebracht (wir berichteten). Offensichtlich hatten die Politiker schon vorher Wind vom Aus für die Moscheepläne bekommen.

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