Coesfeld
Sorgenkind Kreuzschule – Dauer-Gewinner Pius

Coesfeld. Die Kreuzschule, einzig verbliebene Hauptschule in Coesfeld, ist quasi über Nacht ein Sorgenkind. Nachdem dort im vergangenen Jahr noch 42 Schüler angemeldet wurden und zwei Eingangsklassen gebildet werden konnten, sind es in diesem Jahr nur noch 27, was nur noch eine (ziemlich große) Klasse zur Folge hat. Die Verantwortlichen bei der Stadt gehen davon aus, dass das nichts mit der „sehr gut aufgestellten Schule“ an sich zu tun hat. Es handele sich vielmehr um einen landesweiten Trend, der Coesfeld in der Vergangenheit nicht so stark getroffen hat. „Es ist letztlich die fehlende Akzeptanz bei den Eltern“, bringt es Beigeordneter Dr. Thomas Robers im Gespräch mit der AZ auf den Punkt. Eltern schickten ihre Kinder, auch wenn sie sie damit vielleicht überfordern, lieber zur Real- oder Gesamtschule. So sind aus Coesfeld in diesem Jahr drei Kinder an der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck (Teilstandort Billerbeck) und fünf an der Gesamtschule Gescher angemeldet worden. Im Vorjahr waren es insgesamt nur drei.

Dienstag, 19.03.2019, 20:54 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 10:58 Uhr
Coesfeld: Sorgenkind Kreuzschule – Dauer-Gewinner Pius
Frisch renoviert, top-ausgestattet mit Sachmitteln und Personal – und doch Hauptverlierer bei den Anmeldungen: die Kreuzschule. Foto: Archiv

Die Kreuzschule war in diesem Jahr auch am stärksten davon betroffen, dass die Zahl der Anmeldungen an weiterführenden Schulen in Coesfeld insgesamt von 476 auf 428 stark zurückgegangen ist. Die Entwicklung weg von der Hauptschule sei schade, so Robers, „denn das ist die richtige Schule für die praktisch Begabten“, findet er. „Die Kreuzschule hat wirklich was zu bieten“, unterstützt ihn Dorothee Heitz, die bei der Stadt als Fachbereichsleiterin auch für die Schulen zuständig ist. Die Schule sei gerade komplett umgebaut und renoviert worden. „Sie hat den modernsten IT-Standard“, ergänzt Robers. Im Digitalisierungskonzept der Stadt ist die Kreuzschule eine Pilotschule. Hinzu komme eine hervorragende personelle Ausstattung – inklusive Schulsozialarbeit und Bundesfreiwilligendienstler. Gemeinsam wolle man nun daran arbeiten, dass die Schule im nächsten Schuljahr wieder zweizügig wird – dafür sehen die Verantwortlichen bei der Stadt auch gute Chancen. Eine Zweizügigkeit könnte sich bei entsprechend vielen „Rückläufern“ aus der Realschule sogar auch noch zwischendurch für diesen Jahrgang ergeben.

Insgesamt ist die Stadt mit den Anmeldezahlen „sehr zufrieden“, wie Robers betont. Vor allem die hohen Einpendler-Zahlen, die die demografische Entwicklung abfedern, stimmen ihn froh. Insgesamt kommen 163 Schüler (Vorjahr: 137) aus den Nachbar-Kommunen. Besonders profitierten davon die Freiherr-vom-Stein-Realschule mit 35, das Bischöfliche St.-Pius-Gymnasium mit 41 und das Gymnasium Nepomucenum mit 47 Anmeldungen von auswärts. Das „Nepo“ ist die einzige Schule, die sogar mehr Auswärtige als Einheimische neu aufnimmt. Der Rückgang beim „Heri“ von 80 auf 48 Schüler wirkt dramatisch. Robers weist darauf hin, dass aber eher die Zahl 80 im Jahr 2018 der Ausreißer nach oben gewesen sei. In den Vorjahren seien es immer um die 50 Anmeldungen gewesen. Und bei den Coesfeldern ist das Heriburg sogar beliebter als das Nepo (35 zu 30 Anmeldungen).

Dauer-Gewinner bei den Gymnasien bleibt allerdings das Pius. 93 Schüler stehen auf der Aufnahmeliste – einigen darüber hinaus musste sogar abgesagt werden, weil das Pius nur dreizügig bleiben will. Bei den Realschulen hatte die Freiherr-vom-Stein-Schule die Nase vorn. Mit 107 Kindern verzeichnete sie auch insgesamt die meisten Anmeldungen.

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