Coesfeld
Wenn es Papierschnitzel regnet

Coesfeld. Idan Weiss, in Coesfeld aufgewachsen, hat mit seinen erst 21 Jahren als Regisseur und Schauspieler bereits viele Ideen im Kopf, wie er die Menschen inspirieren kann. „Denn das ist mein Ziel. Ich möchte die Menschen in unserer schnelllebigen Welt, in der wir uns oft verlieren, zum Nachdenken anregen.“

Mittwoch, 27.03.2019, 17:59 Uhr aktualisiert: 28.03.2019, 11:51 Uhr
Coesfeld: Wenn es Papierschnitzel regnet
In der neuen Kurzfilmreihe von Idan Weiss (hier mit Schauspielkollegin Carolin Klosson) regent es auch schon mal Papierschnitzel. Immer geht es darum, Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Fotos: Moritz Lehmhaus Foto: az

Der junge Mann hat nach seiner Schulzeit in Coesfeld unter anderem die Schauspielschule Arturo in Köln besucht, im Cactus Theater in Münster gespielt, ist im Arturo Theater in die Rolle des Andy Warhol geschlüpft und hat bei zahlreichen Kurzfilmen mitgewirkt.

Dem Theater hat er als Akteur inzwischen den Rücken gekehrt. Doch mehrmals in der Woche genießt er als Zuschauer Theaterstücke. „Dort fühle ich mich wohl“, sagt der 21-Jährige.

https://bit.ly/2HWJ2jy

Der Wahl-Kölner möchte sich jetzt auf die Film- und Fernsehschiene konzentrieren. Zurzeit dreht er eigene Kurzfilme, eine fünfteilige Reihe, in der es um Sehnsucht, Isolation, aber auch Familie und Aufbruch geht. In einer leeren Werkshalle in Rosendahl betätigt sich der junge Mann dabei auch als Bühnenbildner. „Das Bühnenbild sieht aus wie ein ausgerutschtes Spinnennetz“, lacht Idan Weiss.

Gemeinsam mit seinen Schauspielkolleginnen Carolin Klosson und Deborah Barth agiert Idan Weiss auf der Bühne. „Ein Drehbuch gibt es nicht. Alles läuft spontan ab und lebt von Improvisation“, sagt er. Starke Gefühle kommen zum Ausdruck, wenn die Schauspieler sich gegenseitig mit Schimpftiraden attackieren oder vorsichtig annähern. Manchmal regnet es Papierschnitzel. Ein anderes Mal bewerfen sich die Protagomisten mit Mehl.

Idan Weiss ist in seinen Kurzfilmen nicht nur Schauspieler, sondern auch Regisseur. Kameramann Moritz Lehmhaus fängt die Szenen ein, in denen manchmal das Chaos zu herrschen scheint. „Mir ist es wichtig, Gefühle zum Ausdruck zu bringen“, sagt Idan Weiss. Ein ganz starkes Gefühl sei Traurigkeit. „Diese kann sehr viel Kreativität hervorbringen“, ist sich der junge Mann sicher. Seine Kurzfilmreihe möchte er am 4. Mai auf dem ABC-Festival im Gängeviertel in Hamburg präsentieren. Das ist ein Festival für junge und unetablierte Künstler. Die Filme sind bald auch im Netz auf vimeo.com zu sehen. Demnächst möchte Idan Weiss nach Berlin umziehen, um der Filmbranche noch näher zu sein. Sein großes Vorbild ist Frank Castorf, Regisseur und ehemaliger Intendant der Volksbühne Berlin.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6501825?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker