Coesfeld
Kosten drohen aus dem Ruder zu laufen

Coesfeld. Wenn die Sanierung und Modernisierung des Schulzentrums so durchgeführt würde, wie ursprünglich vorgesehen, ergäbe sich eine enorme Kostensteigerung, die die Stadt kaum stemmen könnte. Die Schätzungen gingen bisher von einem Aufwand von rund 47 Millionen Euro aus, wobei sechs bis zehn Millionen über Landeszuweisungen wieder herein kommen sollten. Doch die Zahlen sind wohl überholt. Von einem zweistelligen Millionen-Mehrbetrag ist im politischen Raum schon die Rede. Glaubt man der Verwaltung, kennt allerdings noch niemand die wirkliche Zahl. „Die Kosten sind sehr deutlich überschritten“, äußerte sich Bürgermeister Heinz Öhmann gegenüber der AZ zu den jüngsten Berechnungen, deren genaues Ergebnis aber erst zur Ratssitzung (11. 4.) vorliegen soll. Auf eine konkrete Zahl, auch einen groben Rahmen, wollte er sich nicht festnageln lassen.

Freitag, 29.03.2019, 18:26 Uhr aktualisiert: 31.03.2019, 13:20 Uhr
Coesfeld: Kosten drohen aus dem Ruder zu laufen
Foto: Detlef Scherle

Klar ist für ihn und den gesamten Verwaltungsvorstand allerdings, dass die Planungen nun an die finanziellen Möglichkeiten der Stadt angepasst werden müssen. „47 Millionen gehen gerade noch“, so Öhmann. Mehr aber nicht. „Es kann nicht sein, dass wir in wenigen Jahren deshalb eine Haushaltskonsolidierung machen müssen“, erklärte er. Stadtbaurat Thomas Backes pflichtete ihm bei: Es könne nicht sein, dass man sich an einer Stelle so verausgabe, „dass wir anderswo nichts mehr machen können.“ Damit spielte er auch auf Sanierungs- und Modernisierungsbedarf an anderen Schulen (z. B. Heriburg-Gymansium) oder auch die Pläne, die Fußgängerzone neu zu gestalten, an.

Woher rührt die enorme Kostenssteigerung? Bisher seien es alles nur grobe Schätzungen gewesen, erläuterte Backes – „wir sind nun erstmals dabei, die Kosten auf der Basis einer konkreten Planung zu ermitteln.“ Kostentreiber seien unter anderem die gestiegenen Baupreise. Weniger schlage die Unter-Denkmal-Stellung des Gebäudes zu Buche, berichtete er. „Das ist sogar eines der Tore zur Förderung.“ Aufgrund der Auflagen des Fördergeldgebers (Land) müsse bei dem Projekt, für das Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm fließen sollen, ein so genannter Quartiersbezug hergestellt werden. Will heißen: Das Gebäude muss auch Dreh- und Angelpunkt für das ganze Viertel werden, in dem zum Beispiel Räume auch außerschulisch genutzt werden. Das bedeutet unter anderem auch, dass die Außenanlagen noch stärker einbezogen werden müssen – und das kostet.

Hat sich die Stadt mit dem Berkel-Projekt (u. a. Schlosspark, B.v.Galen-Straße, Wiemannweg) übernommen und ist deshalb jetzt zu wenig Geld für die Schulen da? Da schüttelten die Verwaltungsvorstände mit dem Kopf. Das Gegenteil sei der Fall, erklärte Backes. Das, was man im Rahmen des Projekts an Landesförderung für die Schule bekommen werde, sei erheblich mehr als das eigene Geld, das an der Berkel in die Hand genommen werde.

Wie die Pläne abgespeckt werden können, um im Kostenrahmen zu bleiben, soll nun in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Fraktionen und Fachleuten geklärt werden. Deren Bildung steht kommende Woche im Bau- und Schulausschuss auf der Tagesordnung. Es geht auch um die Frage, welche Bau-Variante am Schulzentrum (siehe Pläne auf dieser Seite) zum Zuge kommen soll. Auch die Schulen, die die Nachricht von der Kostenbremse – wie zu hören war – mit großer Enttäuschung aufgenommen haben, sollen dazu angehört werden. Kritik an den ersten Plänen haben sie schon geübt. Zum Beispiel an der Überplanung der „Schulstraße“: „Das haben wir auch erkannt“, zeigt Schul-Dezernent Dr. Thomas Robers Verständnis – „da wünschen wir uns auch eine bessere Planung“.

Wenn am Ende der Stadtrat grünes Licht gibt, könnte 2022 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Drei bis vier Jahre wird die Maßnahme in Anspruch nehmen.

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