Coesfeld
3D-Drucker bereichert gleich mehrere Fächer

Coesfeld (fs). Ganz filigran und mit einem robotisch-mechanischen Summen fährt der 3D-Drucker über den Kopf des Männchens, um ihm eine Schirmmütze zu verpassen. Ein Würfel und einen Sheriffstern mit den Buchstaben HGC stehen bereits fertig daneben auf dem blauen Spezial-Krepp in dem Glaskasten. Das Heriburg-Gymnasium Coesfeld hat für seine mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer (MINT) mithilfe seines Fördervereins und der Sparkasse Westmünsterland nun nach eigenem Bekunden als erste Coesfelder Schule einen 3D-Drucker und weitere Messgeräte angeschafft.

Dienstag, 02.04.2019, 16:15 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 16:25 Uhr
Coesfeld: 3D-Drucker bereichert gleich mehrere Fächer
Während der 3D-Drucker filigran die Schirmmütze des Männchens erstellt, schaut sich Marvin Wies den Entwurf nebenan auf dem PC an. Sophie Brodkorb misst mit einem der ebenfalls neu angeschafften Messgeräte die Temperatur des Kaffees. Foto: Florian Schütte

Während Marvin Wies sich am PC die Entwürfe der Objekte anschaut, die gerade im 3D-Drucker entstehen, misst Sophie Brodkorb die Temperatur des Kaffees im Glas vor ihr: 47,5 °C zeigt das Messgerät an. Die beiden Schüler profitieren im Kurs von Informatiklehrer Stefan Kalinke besonders von den Neuanschaffungen. „Die Schirmmütze erhält zunächst eine Stützstruktur, damit sie beim Druck nicht abbricht“, erklärt Kalinke. Anschließend könne diese Struktur einfach weggebrochen werden. Auch Steffen Mohnfeld und Miriam Erdal vom Förderverein, die einen anonymen Spender gewonnen haben, staunten über die Technik – genauso wie Sparkassen-Filialdirektor Christian Overhage: „Die Verbindung von digitaler Technik und Haptik ist etwas Großartiges.“

Die ersten, die den Sprung in diesen Bereich der digitalen Welt wagen durften, waren jedoch die Siebtklässler, sagt die stellvertretende Schulleiterin Christine Uphues: „Die Schüler haben zunächst Schlüsselanhänger und Spardosen entworfen und ausgedruckt.“

Die Messgeräte, die neben Strom-Parametern auch pH-Wert und Temperatur messen können, werden vor allem im Physik- und Chemieunterricht eingesetzt. Der 3D-Drucker wird insbesondere in den Informatikunterricht eingebunden, könne aber auch Ersatzteile für den Physikunterricht ausdrucken. „Und selbst der Kunstunterricht hat schon Interesse angemeldet“, sagt Christine Uphues lachend. Zudem sei auch ein Kulturabend zum Thema „Maschine macht den Menschen“ geplant – in Kooperation mit dem Biologieunterricht.

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