Coesfeld
Nach der Ernte wird gebuddelt

Lette. Als die ersten Überlegungen, Glasfaser am Letter Berg zu verlegen, im Sande verlaufen waren, hatten weder die Anwohner noch der Versorger Omnion große Hoffnungen, dass sich das Projekt noch realisieren lässt. Umso erstaunlicher, dass nach der Informationsveranstaltung und der Überzeugungsarbeit von Reinhard Elsbecker und Bernhard Ewers nun doch 76 Prozent der Haushalte einen Vertrag für die Datenautobahn abgeschlossen haben – 70 Prozent waren nötig. Die Verträge haben die beiden Initiatoren vom Letter Berg am Montag an Patrick Nettels, Geschäftsführer von Omnion, übergeben.

Montag, 08.04.2019, 17:56 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 10:58 Uhr
Coesfeld: Nach der Ernte wird gebuddelt
Freuen sich, dass 76 Prozent der Haushalte am Letter Berg sich für Glasfaser entschieden haben: (v.l.) Bernhard Ewers und Reinhard Elsbecker übergeben die Verträge an Omnion-Geschäftsführer Patrick Nettels. Foto: Florian Schütte

„Ich bin selbst vom Saulus zum Paulus geworden“, gibt Elsbecker ehrlich zu, dass er dem Glasfaser-Ausbau zunächst skeptisch gegenüber stand. Dann sei ihm jedoch bewusst geworden, wie wichtig das Hochgeschwindigkeitsnetz mit Blick auf die Zukunft ist – vor allem für die jüngere Generation. Home Office sei bei ihm im Haus kaum möglich. „Da muss man nachts um zwei aufs Knöpfchen drücken, weil dann die Leitung frei ist“, nennt Elsbecker ein Beispiel. Solche Probleme beim Hoch- und Runterladen von Daten dürften mit Glasfaser der Vergangenheit angehören. Und auch Ewers meint: „Ich selbst brauche es jetzt noch nicht, aber das wird kommen“, schaut er voraus.

Noch bis zum 15. April nimmt Reinhard Elsbecker Verträge entgegen. „100 Prozent wären natürlich toll“, meint er. Das würde auch die weitere Planung vereinfachen. Denn beim Verlegen der Trassen, müssten Grundstücke ohne Glasfaserabschluss womöglich umgangen werden.

Einen ersten Entwurf der Trassenplanung nimmt Omnion vor. „Dann überprüfen Sie, ob die Planung praktikabel ist und sprechen die Nachbarn an, wo gebuddelt werden darf“, sagt Nettels Richtung Ewers und Elsbecker. Vom Isfelder Weg sollen sich die Glasfasertrassen dann sternförmig durch die Bauerschaft ziehen. Die finale Trassenplanung nimmt Omnion im Sommer vor und prüft, wo Fremdleitungen liegen. Bei diesem Schritt sollte der Lohnunternehmer eingebunden werden, der mit dem Geld aus der gemeinsamen Buddelkasse beauftragt wird.

Wenn der Mais abgeerntet ist, kann es im September oder Oktober ans Erdreich gehen. „Jeglicher Tiefbau liegt bei Ihnen“, sagt Nettels. „Sie legen die Leerrohre bis in jedes Haus und wir legen die Fasern hinein“, erklärt der Geschäftsführer.

Pro Haushalt rechnet Omnion mit Anschlusskosten von rund 2000 Euro. Die monatliche Gebühr beträgt 45 Euro. Wenn alles nach Plan läuft, kann dann der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ schon über die neue Leitung gestreamt werden. „Ziel ist es, bis Weihnachten fertig zu sein“, gibt Patrick Nettels die Marschroute vor.

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