Coesfeld
Wenn der Regen fehlt

Coesfeld. Die Sonne strahlt seit Tagen vom blauen Himmel, lockt viele Menschen nach draußen, die das schöne Wetter in vollen Zügen genießen – ob auf der heimischen Terrasse, in der Eisdiele oder im Biergarten. Doch des einen Freud ist des anderen Leid.

Dienstag, 23.04.2019, 17:45 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 17:52 Uhr
Coesfeld: Wenn der Regen fehlt
Ortslandwirt Marcel Uesbeck freut sich über das trockene warme Wetter, weil der Ackergrasschnitt dann besonders schnell trocknet. Foto: Manuela Reher

Die Landwirte, Förster und Gärtner haben alle Hände voll zu tun, um dem trockenen warmen Wetter in angemessener Weise zu begegnen. „Das Getreide ist mancherorts ganz schön im Stress“, sagt Elmar Kolve, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Coesfeld. Das betreffe vor allem die leichteren mageren Böden, die das Wasser nicht so gut speichern können.

„In der Wintergerste werden die Blattspitzen bereits gelb“, hat Elmar Kolve beobachtet. Wenn jetzt das Längenwachstum der Pflanzen beginne, müsse genügend Feuchtigkeit vorhanden sein. Deshalb würden die Landwirte auf Regen hoffen. „In der kommenden Nacht sind zehn bis elf Liter Niederschlag angekündigt worden“, berichtet Elmar Kolve. „Das würde dem Bestand gut tun“, ist er sich sicher.

Andererseits habe das trockene Wetter auch eine gute Seite. „Die Böden sind aktuell gut befahrbar“, sagt der Vorsitzende des Ortsverbandes. Das sei gerade jetzt beim Maislegen wichtig. Es gebe keine Staunässe.

Ortslandwirt Marcel Uesbeck freut sich in Goxel angesichts des trockenen warmen Wetters über den ersten Ackergrasschnitt in diesem Jahr. „Wir sind damit zehn Tage früher dran als sonst“, berichtet er. Sicherlich sei Niederschlag willkommen, gerade auch nach dem Maislegen. Auf seinem Feld hat der Mais bereits gekeimt. „Das ist ein gutes Zeichen“, betont Marcel Uesbeck.

Der Wasserstand der Berkel, die durch seine Flächen fließt, sei allerdings niedrig im Vergleich zu „normalen“ Jahren. Nur 44 Zentimeter hoch ist der Wasserstand aktuell, wie Simon Reetz vom Kreis Coesfeld mitteilt.

Mit Sorge beobachtet Förster Thomas Rövekamp die Wetterlage. Gerade in den jüngeren Waldbeständen sei das auf dem Waldboden wachsende Gras trocken wie Heu. Deshalb sei die Waldbrandgefahr sehr hoch. Hinzu komme der Wind, der das Gras zusätzlich austrockne. Im April sei die Waldbrandgefahr ohnehin sehr groß.

„Die größte Gefahr herrscht in der Mittagszeit“, sagt Thomas Rövekamp. Dann stehe die Sonne nicht nur sehr hoch, sondern die Temperaturen seien aktuell auch sehr hoch. Eine achtlos weggeworfene Zigarette oder auch eine Glasflasche, die als Brennglas wirken könne, würden schon ausreichen, um einen Brand auszulösen. Auch ein am Waldrand geparktes Auto könne ein Feuer im Wald verursachen, appelliert Thomas Rövekamp an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein.

Theo Reckert und sein Team vom städtischen Bauhof sind bei der aktuellen Trockenheit ständig unterwegs, um vor allem Neuanpflanzungen zu wässern. In zweieinhalb Tagen schaffen die Mitarbeiter sechs Touren durch Coesfeld und den Außenbereich. 16 Kubikmeter fasst das Wasserfass eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmens, das dazu eingesetzt wird. Pro Baum benötige man 150 bis 200 Liter, sagt Reckert.

Gerade in den ersten beiden Jahren nach der Anpflanzung sei die Bewässerung dringend nötig. Und es seien viele Bäume – auch in der Promenade – neu angepflanzt worden, nachdem die Orkane der jüngsten Vergangenheit viel Schaden angerichtet hätten, betont Theo Reckert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6561846?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker