Coesfeld
„Nichts übers Knie brechen“

Coesfeld. Nochmals auf den Prüfstand gestellt hat der Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen das Parkraumkonzept. Eigentlich sollte das Fachgremium zunächst nur über die Ausweitung der Halteverbotszone in der Innenstadt abstimmen. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmten die Ausschussmitglieder dann auch dem Vorschlag zu, die Halteverbotszone auf die Münsterstraße, Kleine und Große Viehstraße, den Burgring und westlichen Abschnitt der Mittelstraße auszudehnen.

Freitag, 10.05.2019, 07:32 Uhr
Coesfeld: „Nichts übers Knie brechen“
Der Parkplatz zwischen den Bahngleisen an der Rekener Straße soll von Dauerparkern genutzt werden. Foto: Manuela Reher

Aber zu Beginn der Beratungen hatte Hermann-Josef Peters (Pro Coesfeld) bereits beantragt, die Entscheidung über die weitere Umsetzung des Parkraumkonzeptes zu vertagen. Der Kommunalpolitiker kommentierte: „Man muss mit dem Konzept nicht noch mehr Unfrieden in die Kaufmannschaft tragen.“ Erst solle man den Bau des Parkhauses an der Mittelstraße abwarten und danach weitere Entscheidungen treffen.

Erster Beigeordneter Thomas Backes betonte, dass das Konzept nicht neu sei und fügte hinzu: „Wir sind auf einem Weg, den wir alle miteinander beschlossen haben.“ Das Konzept werde Schritt für Schritt umgesetzt.

Doch Peters ließ nicht locker. Damals seien die Auswirkungen der Baustellen in der Innenstadt noch nicht klar gewesen. Wenn der Minikreisel an der Münsterstraße/Ecke Bernhard-von-Galen-Straße gebaut würde, würde das „Chaos“ wieder losgehen. „Erst die Baustellen beenden und nichts übers Knie brechen“, lautete die Devise von Peters.

Backes hingegen wies den Vorwurf eines Chaos, verursacht durch die Baumaßnahmen in der City, entschieden zurück. Er räumte ein, dass es immer mal wieder geringfügige Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer gebe.

Fachbereichsleiter Ludger Schmitz führte aus, dass die Stadt in die komplette Bewirtschaftung aller innerstädtischen Parkplätze gehen wolle – entweder mit Parkschein oder Parkscheibe. Die maximale Parkdauer soll laut Vorschlag der Verwaltung zwei Stunden betragen. Eine Ausnahme sei der Parkplatz Mittelstraße. Christoph Micke (CDU) betonte: „Zwei Stunden sind zu kurz.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Gastronomie gestärkt werden sollte, hielt er diese Regelung nicht für sinnvoll und forderte eine maximale Parkdauer von drei Stunden. Seiner Meinung nach sollte auch die sogenannte Brötchentaste erhalten bleiben oder mit einer Sanduhr-Regelung ein Kurzzeitparken möglich gemacht werden. Erster Beigeordneter Thomas Backes begründete die vorgeschlagene Zwei-Stunden-Regelung damit, dass auf diese Weise der Umschlag erhöht werden könne.

Erich Prinz (Grüne) vermisste im Parkraumkonzept die Ausweisung von Behinderten-Parkplätzen. „Unsere Fraktion sieht da einen Nachholbedarf“, sagte er. Damit Berufstätige die Dauerparkplätze im Norden der Stadt verstärkt nutzen, könnten aus seiner Sicht die Arbeitgeber Anreize schaffen.

André Ulrich Kretschmer (SPD) wies in der Diskussion darauf hin, dass der Parkplatz zwischen den Bahngleisen an der Rekener Straße für Arbeitnehmer vor allem in der dunklen Jahreszeit ungern genutzt werde, weil er nicht genügend beleuchtet sei. Grundsätzlich hielten alle Ausschussmitglieder das Parkraumkonzept für eine gute Sache.

Die weitere Umsetzung des Parkraumkonzeptes ist außerdem Thema in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag (16. 5.) sowie in der Ratssitzung am Donnerstag (23. 5.).

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