Coesfeld
Ein ganzes Krankenhaus aus Spenden

Coesfeld. Peggy Griewel strahlt, als sie zusammen mit ihrem Mann Hans-Georg und Walter Hidding Bettchen für Bettchen an der Warenannahme der Christophorus-Kliniken in den großen Transporter verlädt. Die elf ausrangierten Kinderbetten sind eine Spende für das Krankenhaus-Projekt des Unfallchirurgen Dr. Samuel Okae in Ghana. „Die Sachspendenflut ist gut“, sagt Peggy Griewel mit Blick auf die nun schon zweite große Spende der Christophorus-Kliniken. Bereits im März hatten diese dem Aufbauverein zwei Ultraschallgeräte, Monitore, Absauggeräte, einen Videowagen mit Monitor, einen Schaukasten für Röntgenfilme und Blutdruckmessgeräte überreicht, teilen die Christophorus-Kliniken mit. „Aber wir brauchen dringend auch Geldspenden“, seufzt Griewel. „Denn jeder Container mit diesen Sachspenden kostet uns 12 000 Euro fürs Verschiffen und den Zoll.“

Samstag, 11.05.2019, 10:44 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 14:26 Uhr
Coesfeld: Ein ganzes Krankenhaus aus Spenden
Die elf gespendeten Kinderbettchen der Christophorus-Kliniken laden (v.r.) Peggy Griewel, ihr Mann Hans-Georg Griewel und Walter Hidding hier gerade ein. Foto: Florian Schütte

Der Hintergrund des ehrgeizigen Projekts, ein ganzes Krankenhaus von der Pike auf nur aus Eigenleistung und Spendenmitteln zu errichten, macht Menschen aus Industrienationen mit obligatorischer Krankenversicherung sprachlos. „Dr. Okae hatte festgestellt, dass Kinder, die in Ghana in einem Krankenhaus gesundet sind, solange nicht an ihre Eltern zurückgegeben werden, bis die Rechnung bezahlt ist“, schildert Peggy Griewel. „Die Kinder werden also in den Krankenhäusern wie in Haft gehalten“, führt die Hörakustikerin im Ruhestand, die sich ehrenamtlich für das Projekt stark macht, weiter aus. Dr. Okaes hehres Ziel: eine hochwertig ausgestattete Klinik zu bauen, in der jedes Kind unter fünf Jahren kostenlos behandelt wird. Das Krankenhaus wird über eine Frauen- und Geburtsstation sowie über vier OP-Räume und eine chirurgische Abteilung verfügen. Außerdem wird eine Apotheke in dem Hospital untergebracht. „So wollen wir unterbinden, dass die Menschen für ihre Rezepte in den Apotheken der Städte Medikamente bekommen, die gar nicht helfen“, schildert Griewel. Und natürlich wird das Herzstück der Klinik die Kinderstation sein, die sich über die zweite Etage erstreckt. Dort werden die Ärzte vor allem der Malaria den Kampf ansagen, die in Ghana vor allem bei Kindern die häufigste Todesursache ist.

Fünf Container Sachspenden seien es im Jahr, die verschifft werden müssen und in der Summe 60 000 Euro kosten. „Die Finanzierung der Logistik ist das größte Problem“, sagt Peggy Griewel. „Wir müssen gerade noch ein Notstromaggregat verschiffen“, berichtet sie. „Aber so etwas lehnt man ja nicht ab, das bekommt man nur einmal im Leben.“ Freudestrahlend erzählt die Ehrenamtliche auch von der Ausstattung einer ganzen Arztpraxis, die ihrem Team für das Projekt in einem Vorort von Ghanas Hauptstadt Accra gespendet wurde – „inklusive Röntgengerät“.

Personell hat Dr. Okae schon einige befreundete Ärzte gewonnen, die im Krankenhaus tätig werden. „Wir wollen aber auch noch ,Ärzte ohne Grenzen’ ins Boot holen“, sagt Peggy Griewel, die beobachtet, dass sich um den Krankenhausbau schon ein kleiner Stadtkern formiert hat. Griewel wundert es nicht: „Die Menschen gehen dahin, wo eine Klinik gebaut wird, weil sie dort mit einer stabilen Wasser- und Stromversorgung rechnen können. Ein erster großer Meilenstein nach zehn Jahren Arbeit: „Spätestens Anfang nächsten Jahres eröffnet die Ambulanz der Klinik“, strahl Peggy Griewel.

Spenden nimmt der Aufbauverein unter folgender Bankverbindung entgegen: Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V.; IBAN: DE41 4404 0037 0322 2213 00; BIC: COBADEFFXXX; Commerzbank. Auch sind Spenden auf der Homepage über betterplace.org möglich. | www.krankenhaus-ghana.com

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