Coesfeld
Dienstwagen des ehemaligen Arbeitgebers verkauft

Coesfeld (jd). Zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten und einem Bußgeld von 500 Euro wurde jetzt ein 41-jähriger Coesfelder wegen Unterschlagung vor dem Amtsgericht Coesfeld verurteilt. Er hatte am 26. Juni 2018 den Dienstwagen seines ehemaligen Arbeitgebers verkauft. Der Käufer aus Berlin erstand den VW-Touran für 12 000 Euro. Vor dem Gericht zeigte der Angeklagte sich nicht nur geständig, sondern auch reuevoll. „Wie ich auf diese grandiose Idee kommen konnte, ist mir bis heute ein Rätsel.“

Dienstag, 14.05.2019, 18:30 Uhr

Er sei enttäuscht gewesen von seinem ehemaligen Arbeitgeber, für den er im Raum Bremen und Hamburg tätig sein sollte. „Ich habe sogar den Umzug in eine WG dort in Kauf genommen.“ Nach kurzer Zeit sei ihm überraschend gekündigt worden. „Ich habe ein halbes Jahr immer wieder angerufen, dass ich den Dienstwagen noch habe, aber keine Antwort bekommen.“ Da verkaufte der Coesfelder den Wagen kurzerhand. Der Arbeitgeber klagte, der Käufer wollte den Fahrzeugschein. Für den Anwalt des Angeklagten war es zunächst schwierig herauszufinden, wer was wollte, wie er vor Gericht sagte: „Beide Parteien wollten das Auto, nicht das Geld.“ Eine Einigung sei nun aber in Sicht, der 41-Jährige sei bereit den Kaufbetrag nebst aller sonstigen Kosten voll zu erstatten. „Eine Kreditzusage der Bank liegt uns bereits vor.“

Der Angeklagte entschuldigte sich noch einmal: „Ich will den Schaden wieder gut machen. Ich habe eine tolle Frau kennen gelernt, einen acht Monate alten Sohn, mein Leben hat jetzt einen Sinn.“ Zuvor sei er sehr unglücklich in seinem Job gewesen, hatte Alkoholprobleme. Trotz einiger Vorstrafen werteten das Gericht und die Staatsanwaltschaft die Stabilität durch das neue familiäre Umfeld, das Geständnis und das Bemühen um Wiedergutmachung als positive Zeichen.

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