Coesfeld
„Bei uns hätten nur noch Autofahrer einen Vorteil“

Coesfeld (jd). Die Botschaft der Nachbarschaften Am Roten Baum und Meinertstraße/Eschstraße war eindeutig: „Wir unterstützen die Idee der Fahrradstraße, aber nur bis zur Kreuzung Grimpingstraße und Am Roten Baum, denn ab dort hätten bei uns nur noch Autofahrer einen Vorteil“, so Andre Gerdes, Erster Beisitzer der Nachbarschaft Am Roten Baum, auf der Bürgerversammlung zur geplanten Fahrradstraße am Mittwochabend im Rathaus. Sie soll von den Straßen Am Teigelkamp und Erlenweg bis hin zur Meinertstraße den Radfahrern aus Richtung Lette parallel zur Dülmener Straße nicht nur einen sicheren, sondern auch einen schnellen Weg in die Innenstadt ermöglichen. Ein Punkt im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes der Stadt.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:40 Uhr

Da eine Fahrradstraße Tempo 30 bedingt, sorgen sich die Anwohner um die Sicherheit, denn bislang leben sie in einem verkehrsberuhigten Bereich. „Das ganze Leben findet auf der Straße statt. Wenn jetzt Autos schneller fahren, dann sehen wir hier ein Risiko.“ Hinzu komme die Befürchtung, dass künftig auch mehr Autos diesen Weg nehmen würden – als schnelle Alternative zur Dülmener Straße.

Seitens der Verwaltung hörten sich Holger Ludorf (Fachbereich Planung, Bauordnung und Verkehr), Erster Beigeordneter Thomas Backes und Rudolph Berning (Fachbereich Ordnung und Soziales) die Bedenken der Anwohner an. „Wir stehen ganz am Anfang der Planung, wir besprechen das heute und geben das dann zurück an die Politik“, erklärte Thomas Backes zu Beginn. Die Argumente, die die Nachbarschaften nicht nur sachlich vortrugen, sondern auch ausführlich schriftlich dokumentiert hatten, begrüßte er. „So strukturiert ist es eher selten.“

Die Nachbarn hatten Studien gelesen, Straßen- und Parkplatzbreiten gemessen und die Pläne der Verwaltung genau studiert. So sei es laut Anwohnern nicht möglich, die vorgeschriebene Schutzzone für Fußgänger aufgrund mangelnder Fahrbahnbreite durchgehend zu gewährleisten. Ein Anwohner schlug vor, die Fahrradstraße zwar vor dem Roten Baum enden zu lassen, aber den Radfahrern durch zusätzliche Hinweisschilder den Weg in die Innenstadt zu weisen – nur eben ohne die Tempo-30-Zone. Denn die gehe zwingend mit einer Fahrradstraße einher, wie Rudolph Berning betonte. „Eine Reduzierung der Geschwindigkeit ist nicht möglich, die ist rechtlich bindend.“ Auf die Sorge, dass Nachbarschaftsfeste nicht mehr stattfinden könnten, entgegnete er, dass „wir die Bereiche natürlich für ein Fest für Sie entsprechend absperren würden.“

Ein Anwohner erinnerte an die Franz-Darpe-Straße. „Bereits da haben wir unsere Befürchtung geäußert, dass durch die neue Schule mehr Verkehr aufkommt. Die Einbahnstraßenregelung unterstützen wir. Aber jetzt auch noch die Fahrradstraße – da kommt ja noch mehr Verkehr auf uns zu.“

Die Anwohner sprachen Verwaltung und anwesenden Politikern eine Einladung zum Ortstermin am 5. Juni aus, die Thomas Backes dankend annahm. „Wir prüfen jetzt Ihre Bedenken und die logischen Vorschläge und kommen wieder auf Sie zu.“ Die nächste Vorberatung zur Fahrradstraße soll am 26. Juni im Ausschuss Umwelt, Planen und Bauen stattfinden, eine Entscheidung ist in der Ratssitzung am 11. Juli vorgesehen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6617753?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker