Coesfeld
Bis zu drei Stunden parken in der City

Coesfeld (ds). Dass künftig – wie berichtet – alle Parkplätze in der Innenstadt bewirtschaftet werden sollen – darüber waren sich die Ratsmitglieder schnell einig. Sie stimmten mehrheitlich für die neue Gebührenordnung, die in den meisten Fällen eine Parkscheinpflicht und in einigen Randbereichen eine Parkscheibenpflicht vorsieht. Aber der Teufel steckt im Detail. Wie lange sollen Fahrzeuge auf den Parkplätzen abgestellt werden dürfen? Die CDU-geführte Verwaltung plädierte für maximal zwei Stunden (wie bisher). Für die CDU-Fraktion preschte Thomas Michels mit dem Antrag nach vorn, auf drei Stunden zu erhöhen. Als ein Beispiel führte er den Arzttermin an, bei dem man, wenn es mal länger dauert, leicht in Sorge geraten könne, dass man wegen Überschreitung der Parkzeit ein „Knöllchen“ kassiert. Er zeigte sich auch verwundert, dass die Verwaltung nicht – wie vorab besprochen – den Stadtmarketing-Verein zu Rate gezogen habe. Er habe mit Annette Rabert, der Vorsitzenden des Stadtmarketing-Vereins, gesprochen. Und die sei auch „für drei Stunden“, um den Handel zu stärken. Es gehe darum, „einen Wohlfühlcharakter für den Aufenthalt in der Stadt zu schaffen“, so Michels.

Samstag, 25.05.2019, 10:38 Uhr

Stadtbaurat Thomas Backes sah keine Notwendigkeit, die Höchstparkdauer auf drei Stunden zu erhöhen: „Wer länger parken will, dem ist auch ein längerer Weg zuzumuten“, verwies er auf die Parkflächen am Rande der Innenstadt. Bürgermeister Heinz Öhmann erinnerte an die neue Möglichkeit, per App vom Handy aus die voraus gebuchte Parkzeit zu verlängern. Aus seiner Sicht seien drei Stunden auch für den Handel kontraproduktiv – weil wir dann „einen geringeren Umschlag in der Stadt“ haben. In diese Kerbe stieß auch Elisabeth Borgert (FDP), die vorrechnete, dass bei drei Stunden Höchstparkdauer deutlich mehr Parkflächen benötigt würden. „Das heißt ja nicht, dass jeder die drei Stunden auch nutzt“, hielt Michels entgegen. Das Handyparken sei auch keine Option, „weil viele kein Smartphone besitzen oder nicht damit umgehen können“. Argumentative Schützenhilfe kam auch von seinem Fraktionskollegen Bernd Rengshausen: „Die meisten planen den Einkauf in der Stadt nicht genau. Und wer mit Kindern geht, wirft eh den Höchstbetrag ein.“

Während sich Pro Coesfeld der CDU-Linie anschloss und die Mehrheit für drei Stunden sicherte, blieben SPD, AfC/Familie, FDP und Grüne auf Seiten der Verwaltung. SPD-Fraktionschef Ralf Nielsen giftete in Richtung Handel, dass der sich lieber mal auf ein Konzept gemeinsamer Öffnungszeiten verständigen solle. Bei drei Gegenstimmen (Grüne) wurde noch beschlossen, die „Brötchentaste“ fürs Kurzzeitparken wieder einzuführen. Und die Verwaltung soll ermitteln, ob es genug barrierefreie Parkplätze in Coesfeld gibt (einstimmig).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6638300?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker