Coesfeld
Alltag trotz Erkrankung meistern

Coesfeld. Auf die individuellen Bedürfnisse von demenziell erkrankten Menschen wollen Martina Brockmeier und Vera Thamm eingehen. Sie leiten die neue Gruppe „Sport bei Demenz“. Das ist ein neues Angebot des Sport- und Gesundheitszentrums mobile der DJK Eintracht Coesfeld-VBRS.

Montag, 03.06.2019, 18:02 Uhr
Coesfeld: Alltag trotz Erkrankung meistern
Martina Brockmeier (l.) und Vera Thamm leiten den neuen Kurs „Sport bei Demenz“ des Sport- und Gesundheitszentrums mobile des Vereins DJK Eintracht Coesfeld-VBRS. Foto: Manuela Reher

Ulla Peters-Stahl vom mobile kommentiert dazu: „Menschen mit Demenz profitieren von körperlichem Training. Deren Leistungsfähigkeit bei Alltagsbewegungen wie Gehen, Aufstehen vom Stuhl oder Treppensteigen kann um 30 bis 50 Prozent verbessert werden. Das belegt eine Studie.“

Am 18. Juli startet das neue Angebot, mit dem das mobile neue Wege beschreitet. Martina Brockmeier ist Gymnastiklehrerin und Altentherapeutin. Bei ihrer Arbeit im Altenheim mit demenziell erkrankten Menschen hat sie bereits viele Erfahrungen gesammelt. Vera Thamm ist Sportwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Rehabilitation und Gesundheitsmanagement. Sie verfügt außerdem über eine Lizenz in der Neurologie. „Wir wollen jede Übungsstunde mit einem Ritual – zum Beispiel einem Schunkeln nach einem Walzerlied oder einem Gedicht – beginnen“, sagt Martina Brockmeier.

Vera Thamm ergänzt: „Durch leichte Übungen mit dem Theraband, Hanteln oder Bällen können körperliche Funktionen gut stabilisiert und verbessert werden.“ Auch gehe es darum, dem Muskelabbau und Stürzen vorzubeugen.

Die Übungsstunde wird mit tänzerischen Elementen, Spielen und Entspannungsphasen abgerundet. „Musikalische Begleitung ist dabei besonders wichtig“, betont Vera Thamm. Auf diese Weise könnten die Teilnehmer an ihre eigene biografische Vergangenheit anknüpfen.

„Wir wollen das Programm so gestalten, dass es allen Teilnehmern Freude bereitet“, sagt Martina Brockmeier. Und dabei würden sie und ihre Kollegin immer im Blick haben, dass demenziell erkrankte Menschen anders reagieren als „orientierte Menschen“.

Es könne auch schon mal vorkommen, dass ein Teilnehmer während der Übungseinheit eine Auszeit benötige. Dann sei es gut, dass der Kurs von zwei erfahrenen Übungsleiterinnen geleitet werde, wie Ulla Peters-Stahl betont, und sie ergänzt: „Die Gruppe soll ihren kleinen familiären Rahmen behalten.“

Neben dem sportlichen Aspekt spiele auch die soziale Komponente bei dem neuen Angebot „Sport bei Demenz“ eine große Rolle. Ziel sei es, die Teilnehmer aus ihrer Isolation herauszuholen. „Die Teilnehmer sollen nach jeder Übungsstunde mit einem guten Gefühl wieder nach Hause gehen“, sagt Martina Brockmeier.

7 Das mobile lädt am Donnerstag (13. 6.) zu einer Informations-Veranstaltung zum neuen Angebot „Sport bei Demenz“ ein. Beginn ist um 11 Uhr im Pfarrzentrum Anna Katharina, Am Tüskenbach 18. Wer an der Infoveranstaltung teilnehmen möchte, wird gebeten, sich unter Tel. 02541/8873322 oder unter mobile.empfang@djk-coesfeld.de zu melden.

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