Coesfeld
100 Jahre Gemeinschaft feiern

Coesfeld. Bei der Frage, was für ihn das Schönste an seiner Vorstandsarbeit im Awo-Stadtverband sei, muss Hubert Vos nicht lange überlegen. „Die Gemeinschaft. Einfach mit Menschen zusammen sein.“ Dieses Leitbild hat auch 100 Jahre nach Gründung der Arbeiterwohlfahrt nichts an Aktualität verloren. Und genau diese Gemeinschaft möchte der Awo-Stadtverband mit seinem Jubiläumssommerfest am Samstag (15. 6.) in seiner Begegnungsstätte auf dem Lambertiplatz feiern.

Freitag, 07.06.2019, 10:56 Uhr
Coesfeld: 100 Jahre Gemeinschaft feiern
Der Vorstand des Awo-Stadtverbands freut sich aufs Jubiläumssommerfest: (v.l.): Schriftführer Heinz Große Banholt, 1. Vorsitzender Hubert Vos, Kassierer Werner Schreijer, stellvertretende Vorsitzende Waltraud Wies und stellvertretender Vorsitzender Mladen Mrsic. Es fehlt der 2. Schriftführer Burckhardt Erdelkamp. Foto: az

Das Rahmenprogramm des traditionellen Sommerfests hat der Awo-Stadtverband mit mehreren kleinen Darbietungen angereichert. So tritt ab 11 Uhr der Männerchor aus Dülmen auf. „Außerdem ist der Musiker Heinz Holtkötter aus Havixbeck zu Gast, der mit Trompete und Keyboard allein auf Spendenbasis für Herzenswünsche e.V. spielt“, sagt Vos. Die Offene Ganztagsgrundschule Lette wird einen Tanz aufführen und für die Mitglieder richten die Veranstalter eine Tombola ein. Dazu gibt es ein üppiges Kuchenbüfett, woran sich die Gäste bedienen können.

Dass der Awo-Stadtverband, der seit 1946 besteht, über die Jahrzehnte so florierte, hat er vor allem seiner Gründerin Eleonore Pollmeyer zu verdanken. „Sie war die treibende Kraft und als SPD-Politikerin, aber auch als Mensch hoch angesehen in Coesfeld“, erzählt Schriftführer Heinz Große Banholt. Das Soziale lag ihr besonders am Herzen. „Würde sie heute noch leben, würde sie vermutliche sämtliche Flüchtlinge betreuen“, meint Große Banholt.

Mit den Jahren und dem demografischen Wandel sei es jedoch nicht einfacher geworden, Mitglieder zu gewinnen. Angebote wie Bingo, die Stuhlgymnastik oder auch Fahrten nach Rheine in den Zoo oder ins LWL-Freilichtmuseum in Hagen, erfreuen sich zwar großer Beliebtheit. „Aber uns fehlen die Menschen, die unter der Woche in die Begegnungsstätte kommen“, meint Vos. Für ältere Menschen sei diese eine Anlaufstelle, um Gemeinschaft zu erleben. „Doch die jungen Leute sind heute oft beide berufstätig und die Schüler so stark eingebunden, dass sie keine Zeit mehr finden“, glaubt Vos. Und dennoch: Gerade Veranstaltungen, bei denen Schüler einbezogen werden, kommen beiderseits gut an. „Zu Ostern und Weihnachten laden wir immer die Schulen ein und jetzt zu Ostern haben 40 Kinder den Erwachsenen etwas vorgetragen“, berichtet Vos. „Das haben die super gemacht und die Älteren haben sich sehr gefreut“, strahlt der Vorsitzende.

Selbst Elternsprechtage könnten nach Meinung von Vos und Große Banholt in der Awo-Begegnungsstätte stattfinden. „Dazu braucht man ja die Schulräume nicht zwingend“, meint Große Banholt. Allerdings stoße der Awo-Stadtverband auch personell an Grenzen, da zunehmend Ehrenamtliche fehlen. Dabei sei die Arbeit mit den Menschen in der Awo sehr erfüllend, wie Hubert Vos und Heinz Große Banholt vom Vorstand bezeugen. Und für die beiden steht fest: „So lange wie wir können, möchten wir das auch noch weitermachen“, erklärt Hubert Vos. In der Gemeinschaft. Eben einfach mit Menschen zusammen sein.

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