Coesfeld
Erleben und Lachen im Vordergrund

Coesfeld. Als es gestern Vormittag um eine geeignete Kulisse für ein Gruppenfoto geht, ist der Marktplatz die erste Wahl. Mitten in der Stadt, mitten im Leben. „Da gehört das Thema schließlich auch hin“, sagt Theatermacher Erpho Bell, der zu den Kooperationspartnern der ersten Coesfelder Woche für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen gehört. Ebenfalls mit ihm Boot: das SeniorenNetzwerk Coesfeld, das Seniorenstift Alte Weberei, die BHD-Seniorenwohnanlage in Lette, das St.-Katharinen-Stift, der Kreissportbund, die Alzheimer Gesellschaft, die Stadt Coesfeld, der Verein Herbstlicht und überregionale Partner. Alle zusammen haben ein umfang- und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das vom 5. bis 12. Juli „der Demenz den Schrecken nehmen möchte“, wie es Gertrud Hermann (Alte Weberei) im Pressegespräch formuliert. „Denn“, so Herrmann weiter, „mit der Diagnose Demenz hört das Leben nicht auf. Erkrankte können eine ganze Menge machen, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist möglich.“ Der Fokus liegt folglich nicht auf dem, was Demenzerkrankte nicht mehr können, sondern auf ihren Möglichkeiten. Gemeinsames Tun, gemeinsames Erleben, gemeinsames Lachen, darum geht es laut Erpho Bell während der Demenz-Woche, egal ob beim Frühstück in geselliger Runde, beim Sommerfest, bei Theater oder Bewegung. Alle Angebote sich öffentlich, die Teilnahme in vielen Fällen kostenlos. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wird ein Fahrdienst organisiert (Informationen hierzu folgen zeitnah zu der Veranstaltung).

Samstag, 08.06.2019, 11:42 Uhr
Coesfeld: Erleben und Lachen im Vordergrund
Stellten das Programm der ersten Coesfelder Demenz-Woche vor: (v. l.) Theo Witte (Stadt), Theatermacher Erpho Bell, Erwin Borgelt (SeniorenNetzwerk), Alexander Bergenthal (Kreissportbund), Gertrud Herrmann (Alte Weberei), Ulrike Levers und Verena Pietroschek (BHD-Seniorenwohnanlage St. Johannes). Foto: Christine Tibroni

Den Auftakt der Demenz-Woche bildet am Freitag (5. 7.) die Eröffnung einer Ausstellung mit Fotografien von Michael Hagedorn. Unter dem Titel „Demenz ist anders“ sind etwa 20 eindrucksvolle Porträts von Menschen zu sehen, die an Demenz erkrankt sind, in den Bildern aber nicht auf ihre Krankheit reduziert werden. Hagedorn, Mitbegründer der bundesweiten Kampagne „Konfetti im Kopf“: „Mit meiner Kamera entdeckte ich eine Welt voller Lebensfreude, Liebe, Humor und Selbstbestimmtheit.“ Zu sehen ist die Ausstellung im Rathaus – mitten in der Stadt, mitten im Leben, da, wo das Thema hingehört. | Infokasten

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6674604?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker