Coesfeld
Selbst die Plagen machen Freude

Coesfeld. Ein heißer Anwärter auf den Coesfelder Theaterpreis „Cosi“ hat am Wochenende seinen Hut in den Ring geworfen: Kinderchor und Kindergärten der Anna-Katharina-Gemeinde, die mit dem Musical „Israel in Ägypten“ eine eindrucksvolle Bewerbung abgaben. 70 Kinder plus Band, Sprechern und zahlreichen Helfern hinter den Kulissen führten am Samstag und am Sonntag auf der Bühne der Pius-Aula das Stück von Thomas Riegler auf.

Montag, 17.06.2019, 09:52 Uhr
Coesfeld: Selbst die Plagen machen Freude
Eine starke Leistung zeigte Miriam-Sophie Post. Foto: az

Mit Gesang, Schauspiel und Tanz erzählten sie die biblische Geschichte des Volkes Israel, das von den Ägyptern versklavt und von Moses (klasse gespielt von Jonathan Heitmeyer) in die Freiheit geführt wird. Doch bis die Israeliten fröhlich „Endlich frei, es ist vorbei“, schmettern können, ist es ein weiter Weg. Denn der Pharao (unerbittlich: Lena Wieschen) will seine Sklaven nicht einfach so ziehen lassen. Zehn Plagen muss Gott (Sprecher: Bernd Leimkühler und Peter Amadeus Schneider) den Ägyptern schicken, ehe der Herrscher ein Einsehen hat. Darunter Scharen von Fröschen, Stechmücken, Stechfliegen und Heuschrecken, die – eine sehr schöne Idee der Musical-Macher – von Tanzgruppen der Kindergärten aus Anna Katharina in fantasievollen Kostümen dargestellt werden. Herrlich, mit welcher Begeisterung die Kleinen ihren Beitrag leisten. Für das Einüben der Tänze wurden mit Christine Wissing und Bärbel Döker eigens zwei Tanzpädagoginnen ins Boot geholt.

Eine Viehpest sucht die Ägypter ebenfalls heim. Und hier hat der fünfjährige Elias Post seinen großen Auftritt, den er mit Bravour meistert. Ganz alleine steht er als Bauer auf der Bühne und besingt den Tod seiner Kuh Babette. Als kleiner Spaßfaktor werden anschließend Bilder einer Kuh auf Leinwand projiziert, eine echte Münsterländerin zwar, die vor satten Maisfeldern wiederkäut, aber ein pfiffiger Monteur hat noch ein paar Pyramiden in den Hintergrund gezaubert – fertig ist das alte Ägypten. Wo gerade von den Solisten die Rede ist: Auch Charlotte Heitmeyer (Pharaos Tochter), Miriam-Sophie Post (Miriam/Schneider), Paula Schatterny (Todesengel) und Lukas Berks (Sklaventreiber) geben eine tolle Vorstellung ab. Erzählerin Claudia Berks führt souverän durch die Geschichte, die musikalisch in ganz wunderbarer Weise von Burkhard Schmidt (Violine), Alvaro Vado (Posaune), Barbara Post (Bass), Angela Schmidt (Schlagzeug) und Ralf Blasi (Piano) begleitet wird.

Die Gesamtleitung lag bei Ralf Blasi, Kantor in Anna Katharina, der als wahres Multitalent nicht nur die musikalische Umsetzung im Blick hatte, sondern auch das Bühnenbild mitgestaltete und zig organisatorische Fragen klärte, angefangen bei der Suche nach einem altmodischen Teppichklopfer bis hin zur Besetzung der Tageskasse.

Blasi sprach allen Mitwirkenden, vor allem den Kindern, am Ende der Aufführungen ein großes Lob aus: „Das habt ihr toll gemacht.“ Wohl wahr. Chapeau!

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