Coesfeld
Dunkle Gläser nicht entscheidend

Coesfeld (jd/pd). Dunkle Sonnenbrillen bieten automatisch hohen Schutz. Oder? Stimmt so nicht, denn: „Die Tönung der Brillengläser schützt lediglich vor Blendung. Der UV-Schutz ist genauso unsichtbar wie das UV-Licht selbst. Eine dunkle Brille ohne UV-Schutz begünstigt sogar den Einfall des Lichts ins Auge, da sich die Pupille bei Dunkelheit weitet und somit mehr energiereiche Strahlung in das Auge eindringen kann“, warnt Augenoptikermeister Werner Prause. Anlässlich des heutigen Tages der Sonnebrille räumt der Experte von Augenoptik und Hörakustik Heimbach mit dem einen oder anderen Mythos rund um die Sonnenbrille auf.

Donnerstag, 27.06.2019, 11:44 Uhr
Coesfeld: Dunkle Gläser nicht entscheidend
Mit Mythen rund um die Sonnenbrille räumt das Team von Augenoptik und Hörakustik Heimbach anlässlich des heutigen Tages der Sonnenbrille auf. (v.l.) Marie Schonnebeck, Werner Prause, Marisa Raffel und Thomas Bartela. Fotos: jd Foto: az

So verhindere eine Sonnenbrille auch nicht die positiven Effekte des Sonnenlichts, wie seine Kollegin Marisa Raffel in Hinblick auf einen zweiten Mythos betont. „Tages- und Sonnenlicht steuert die Ausschüttung bestimmter Hormone und unter anderem den Tag-Nacht-Rhythmus. Eine Sonnenbrille filtert ultraviolettes Licht im Wellenlängenbereich von 100 bis 400 Nanometer. Für den Biorhythmus ist aber Licht aus dem türkis-blauen Spektrum wichtig. Dieses wird auch mit Sonnenbrille aufgenommen, da es im Bereich von 440-480 nm liegt. Und: Auch an bewölkten Tagen profitieren wir vom gesamten Tageslichtspektrum.“

Mythos Nummer drei: Wer eine Sonnenbrille trägt, schadet seinen Augen. „Wer rund um die Uhr ständig eine sehr dunkle Brille trägt, simuliert seinen Augen sicherlich eine Art maulwurfsgleiches Höhlenleben. Wer aber eine vom Augenoptiker angepasste Sonnenbrille mit 100 Prozent UV-Schutz an sonnigen Tagen, beim Outdoorsport, am Wasser oder im Gebirge trägt, tut seinen Augen definitiv Gutes“, bestätigt Werner Prause. Die Gläser sorgen für blendfreie Sicht und filtern energiereiche UV-Strahlung, die vor allem die Netzhaut schädigen kann. Zwar verfüge das Auge über eigene Schutzmechanismen, diese seien aber begrenzt. Besonders für Kinder sei UV-Schutz für die Augen wichtig, da ihre Augenlinse noch sehr durchlässig für Strahlung ist. Schäden durch Sonnenlicht machen sich oft erst schleichend nach Jahren bemerkbar. „So kann zu viel UV-Licht ernsthafte Augenerkrankungen wie Grauen Star oder Makuladegeneration begünstigen. Kurzfristig kann Sonnenlicht, das zum Beispiel durch Sand oder Schnee reflektiert wird, zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- oder Hornhaut führen“, so Prause.

Wichtig sei, ergänzt Wolfgang Schoppe vom gleichnamigen Optikergeschäft, dass die Brillen CE-geprüft seien. „Sie müssen vor UVA- und UVB-Strahlen schützen können, auch wenn einige es nur als modisches Accessoire wahrnehmen.“ Aktuell ginge der Trend zum einen zu Pilotenbrillen, aber auch zu Brillen mit Verlaufsfarben – oben dunkel, unten hell. „Große Brillen sind natürlich auch immer noch ein Klassiker, wobei diese im Vergleich zu kleinen Gläsern nicht besser oder schlechter sind.“ Auch interessant: „Wir haben auch die Nachfrage nach Brillen, die aus ganz leichtem Material bestehen. Wir haben hier Exemplare, die wiegen nur rund zwei Gramm.“ Gerade auch für den Sport geeignet. „Sportbrillen kann man bei uns auch im Windkanal testen – auf Fahrrädern, um für sich unter realistischen Windbedingungen die beste Sonnenbrille zu finden“, so Wolfgang Schoppe.

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