Coesfeld
Ende der Reinigung noch nicht in Sicht

Coesfeld. Seit mittlerweile fast 20 Jahren wird im Wohngebiet Hengte das Grundwasser saniert. Obwohl die Maßnahme ursprünglich lediglich auf fünf bis zehn Jahre angelegt war, wird im Auftrag des Kreises Coesfeld noch heute mithilfe von Filteranlagen das Grundwasser im Wohngebiet gereinigt. „Es ist nicht absehbar, wann die Reinigung des Grundwassers endet“, erklärt Stefan Bölte, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC). Das habe einen einfachen Grund. Denn: Durch das Pumpen in die Filteranlagen bleibe das verschmutzte Grundwasser in seinem Gebiet. Diese hydraulische Sicherung sorge dafür, dass das verschmutzte Grundwasser nicht in weiteren Bereichen der Stadt auftauche.

Freitag, 05.07.2019, 10:14 Uhr
Coesfeld: Ende der Reinigung noch nicht in Sicht
Mithilfe von Aktivkohle in den Filtern wird das durchlaufende Grundwasser von Schadstoffen wie Chlorkohlenwasserstoff befreit. Stefan Bölte (l.), Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH, zeigt diese, während Kristin Holz (r.), Projektleiterin der WBC, eine Karte mit den verschmutzten Gebieten in den Händen hält. Foto: Leon Eggemann

Aufgrund eines damaligen Tanklagers auf der Hengte sammelte sich ein hohes Öl- und Benzin-Vorkommen im Grundwasser. Daraufhin begann im Jahr 2000 die Sanierung. Doch auch im Bereich der Wetmarstraße wurde Anfang der 2000er-Jahre eine Schädigung des Grundwassers durch eine ehemalige Wäscherei und chemische Reinigung festgestellt. „Mithilfe einer 800 Meter langen Leitung wird das Grundwasser der Wetmarstraße zur Reinigungsanlage in der Hengtestraße gepumpt“, sagt Bölte. „Beide Bereiche werden so durch eine Reinigungsanlage gesäubert.“ Mit Erfolg – so habe sich die Belastung durch die chemische Reinigung bereits um das Zehnfache verringert. Die Verschmutzung im Wohngebiet der Hengte habe sich sogar um das 100-fache reduziert. „Insgesamt wurden bereits 250 000 Kubikmeter an verschmutztem Wassers gereinigt“, freut sich Bölte. „Das gereinigte Grundwasser landet schlussendlich in der Berkel.“ Dennoch befinden sich die Werte des Grundwassers im betroffenen Gebiet mit 2000 Mikrogramm pro Liter noch immer über dem Prüfwert der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung für das Grundwasser von 20 bis 50 Mikrogramm pro Liter.

„Durch die lange Nutzung ist die Reinigungsanlage mittlerweile in die Jahre gekommen“, berichtet Bölte. „Deshalb wird diese nach und nach modernisiert.“ So gebe es neuerdings einen dritten Filter, der als „Polizeifilter“, dafür sorge, dass die Säuberung noch sicherer und effizienter ablaufe. Insgesamt belaufen sich die Reinvestitionskosten auf rund 50 000 Euro. Jährliche Betriebskosten inklusive Analytik von Proben ergeben weitere 10 000 Euro. 80 Prozent dieser Erneuerungen werde dabei vom Land NRW im Rahmen der Förderung der Altlastensanierung übernommen. „Bis 2015 ist die Reinigungsanlage kontinuierlich gelaufen, was natürlich viel Energie und Strom verbraucht hat“, berichtet Kristin Holz, Projektleiterin der WBC. „Um das Grundwasser möglichst wirtschaftlich zu reinigen, wurde die Laufzeit auf 8 bis 14 Uhr täglich umgestellt.“ So sei gewährleistet, dass das Grundwasser weiter gereinigt und die Verbreitung in andere Gebiete Coesfelds verhindert werde.

Passend zur Sommerzeit wollen viele Bewohner der betroffenen Gebiete Grundwasser zur Gartenbewässerung nutzen. „Die Nutzung des Grundwassers ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen“, erklärt Bölte. „Dennoch ist es nicht zu empfehlen.“ Zur Gefahrenabwehr bietet der Kreis Coesfeld als Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde kostenlose Analysen des Grundwassers für unmittelbar betroffene Anlieger an, die einen Gartenbrunnen besitzen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nutzung des Grundwassers an der Wetmarstraße, am Hengteweg und der Hengtestraße nicht möglich ist, ist durchaus real, da die Werte noch immer problematisch sind.“

Bei weiteren Fragen zur Grundwassernutzung stehen auch die Untere Wasser- oder Bodenschutzbehörde des Kreises Coesfeld zur Verfügung. Soweit es sich dabei um eine Trinkwassernutzung handelt, ist das Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld zuständig. Alle können über die Zentrale der Kreisverwaltung unter Tel. 02541/18 0 erreicht werden.

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