Coesfeld
Kosten gedeckelt – Optimierungen offen

Coesfeld. Passend zum finalen Beschluss läuteten die Kirchenglocken wie zum Applaus. Nach rund einstündiger Diskussion hat der Rat der Stadt Coesfeld am Donnerstagabend mit großer Mehrheit den Kostendeckel von 50,36 Millionen Euro auf die Sanierung und Modernisierung des Schulzentrums gesetzt. Die Entscheidung über das „Basis“ genannte Modell umfasst jedoch auch die Möglichkeit, Kosten für die Interimslösungen einzusparen, um damit das Raumprogramm zu optimieren. Hierzu soll die Verwaltung gemeinsam mit dem Nepomucenum und der Theodor-Heuss-Realschule bis zum 31. August ein Konzept erarbeiten. Auf diesen Kompromiss hätten sich Schulen eingelassen.

Freitag, 12.07.2019, 09:00 Uhr
Coesfeld: Kosten gedeckelt – Optimierungen offen
Nun ist es beschlossen: Das Schulzentrum soll für maximal 50,36 Millionen Euro saniert werden. Das brachte der Rat nun bei nur einer Gegenstimme durch. Foto: Archiv

Ob deren Wünsche sich innerhalb der Kostendeckelung realisieren lassen, können zum jetzigen Zeitpunkt „noch nicht seriös beurteilt werden“, antwortete Baudezernent Thomas Backes auf die Nachfrage von Thomas Stallmeyer (SPD). Zwar habe es schon Vorgespräche gegeben, wie Schuldezernent Dr. Thomas Robers berichtete, jedoch würden kommenden Montag konkrete Planungsüberlegungen gemeinsam erörtert werden. Möglicherweise müsse dann ein „Teil der Vorplanungen wiederholt“ (Backes) und „ergänzende Beschlüsse der Politik eingeholt werden“ (Robers).

Gerrit Tranel (CDU) wünschte sich, „dass man sich positiv gegenüber diesen Veränderungen zeigt“. Wolfgang Kraska (FDP) betonte noch einmal, warum er die Kostendeckelung (als einziges Ratsmitglied) ablehnt. „Wichtig für uns ist, dass wir ein zukunftsfähiges Schulzentrum haben, das Entwicklungen zulässt“, so Kraska. „Was wir heute beschließen, steht da noch die nächsten 40 Jahre“, mahnte Kraska und verwies zudem auf den Jahresabschluss, der „um zehn Millionen Euro besser ausfällt, als zunächst erwartet“. Dass „nicht nur saniert, sondern ein zukunftsfähiges Raumkonzept durchgesetzt wird“, war auch Martina Vennes (Pro Coesfeld) wichtig. Thomas Stallmeyer (SPD) empfahl, „im Sinne der Schulen, den Deckel drauf-, aber alle Optionen offen zu halten“.

Stephan Beck (CDU) störte das „Schreckenskabinett hinsichtlich der Zukunft.“ „Das Schulzentrum kann sich mit seiner modernen Ausstattung sehr gut sehen lassen“, meinte Beck und verwies auf die anderen Schulen, die noch saniert werden müssen. Dem pflichtete auch Erich Prinz (Grüne) bei: „Wir müssen auch die nächsten zehn Jahre noch handlungsfähig bleiben.“ Prinz verbat sich zudem, bei einer „Komplettsanierung des Nepomucenums und dem Bau eines neuen Mensagebäudes“ von einer „abgespeckten Notlösung“ zu sprechen. Auch Dieter Goerke (AfC/Familie) gab zu bedenken: „Das ist die Realität. Wir können uns nicht mehr leisten, wenn wir weiter handlungsfähig bleiben wollen.“ Wolfgang Kraska (FDP) blieb jedoch bei seinem Standpunkt: „Ich vermisse jede Vernunft, dieses Themas Herr zu werden.“

Die Fraktion Pro Coesfeld beantragte vor der finalen Abstimmung noch eine Änderung der Beschlussvorschläge. So sollten die Sporthallen unmittelbar nach Fertigstellung der Modernisierung des Schulzentrums in Angriff genommen werden. Außerdem sollte die Verwaltung prüfen, ob die Interimskosten zunächst für die Unterbringung der Klassen aus dem Schulzentrum und danach für die Erweiterung des Heriburg-Gymnasiums verwendet werden können. Die abgeänderten Beschlussvorschläge der Wählergemeinschaft wurden jedoch mehrheitlich abgelehnt.

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