Coesfeld
Ärger über ungeklärte Finanzierung

Lette. Eigentlich sollte am Montagabend allen Interessierten unter anderem der neue Plan zur Verschönerung des Alten Kirchplatzes in Lette vorgestellt werden: die Kombination aus zwei Varianten, so wie im Rat in der vergangenen Woche beschlossen. Doch als im Rahmen der umfangreichen Präsentation der Vorüberlegungen aus Workshops und Ausschüssen plötzlich auch wieder die Variante mit der Sperrung der Bahnhofsallee – von der Coesfelder Straße kommend in Höhe der Eisdiele – durch Verwaltung und Planungsbüro präsentiert wurde, war der Unmut groß. „Das halte ich einigermaßen für einen Skandal, was Sie hier machen“, machte Zuschauer Andreas Walde seinem Ärger Luft. „Sie wollen jetzt hier doch nicht ernsthaft noch einmal die Sperrung präsentieren, obwohl der Rat längst anders entschieden hat. Sollen wir uns etwa über demokratisch gefasste Entschlüsse hinwegsetzen?“

Dienstag, 16.07.2019, 19:42 Uhr
Coesfeld: Ärger über ungeklärte Finanzierung
Fast 50 Personen sind am Montagabend zur Bürgerinfo in die Kardinal-von-Galen-Schule gekommen (v.l.): Larissa Bomkamp und Ludger Schmitz von der Stadt sowie Sven Witte vom zuständigen Planungsbüro präsentierten die Pläne für Kirch- und Gemeindeplatz. Foto: jd Foto: az

Stadtplaner Ludger Schmitz versuchte die Lage zu beruhigen. „Wir hatten noch einmal seitens der Projektpaten die Frage gestellt bekommen, ob das wirklich alles hinreichend mit der Bevölkerung diskutiert wurde. Im Rahmen dessen wollten wir die Variante zeigen.“ Seitens der Projektpaten, denn ursprünglich entstammen die Ideen dem DIEK-Projekt, erklärte Claus Löcken: „Wir wollten etwas für Familien und Kinder schaffen. Wir sind alle Menschen, die sich freiwillig für die Verschönerung eingesetzt haben. Eine breite Beteiligung ist uns wichtig, aber Familien konnten sich bei der aktuellen Version bislang nicht so richtig einbringen, außer die Geschäftsleute, was ja auch richtig ist. Dies sollte jetzt einfach unabhängig von der Politik stattfinden.“ Ludger Schmitz kürzte die Diskussion schließlich ab. „Das Votum ist eindeutig. Wir können das jetzt hier beenden.“

Die Bahnhofsallee bleibt, offen, es werden neue Bäume gepflanzt – Platanen sind in der Überlegung – und es soll eine etwas in den Boden eingelassene Brunnenschale und Wasserfontänen geben. Pflasterbeläge wurden vorgestellt, erhöhte seniorengerechte Bänke, Fahrradständer und Spielgeräte für Kinder. Die Frage eines Anwesenden, ob man für den alljährlichen Adventstrubel den Brunnen auch überbauen könne, wurde noch einmal aufgegriffen, um final über die Höhe des Brunnens zu entscheiden.

Auch die Finanzierung wurde diskutiert. Ohne finales Ergebnis, denn auf die Frage von Helga Lammers, ob Anliegerbeiträge fällig werden, konnte Ludger Schmitz noch keine Antwort geben. „Es heißt immer, das Projekt soll ganz Lette zugutekommen, dann soll sich auch ganz Lette an den Kosten beteiligen“, forderte sie. Denn über die anvisierten Fördergelder könnten vermutlich nur rund die Hälfte der Kosten – zuletzt war die Rede von rund einer halben Million – finanziert werden. Andreas Walde fand abschließend klare Worte: „So lange die Finanzierung nicht geklärt ist, dürfte eigentlich gar nichts passieren.“

Für weniger Diskussion sorgten die Pläne für den Gemeindeplatz: eine neue Pergola mit Sitzbänken mit Rücken zum Parkplatz, 58 Pkw-Stellplätze, Sitzstufen und eine Aussichtsplattform hinunter zum Bühlbach, neue Spielgeräte und immer noch genug Platz für ein Festzelt und die entsprechende Infrastruktur wie Toiletten- und Bierwagen soll es geben. Hinsichtlich der Kosten hatte Stadtplaner Ludger Schmitz auch eine gute Nachricht: „Hier werden keine Anliegerkosten fällig.“

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