Coesfeld
Postkarten-Idylle vor der Haustür

Coesfeld. Als Wiltrud Peiler vor fünf Jahren nach Coesfeld zog, wollte sie Freunden und Verwandten gerne per Ansichtskarte zeigen, wo sie denn nun zu Hause ist. „Also bin ich in die Stadt gegangen und habe nach Postkarten geschaut, aber leider nur die klassischen Varianten mit den versammelten Sehenswürdigkeiten in Briefmarkengröße gefunden.“ Das kann ich besser, dachte sich die studierte Grafikdesignerin, zumal sie bei ersten Erkundungsgängen durch ihre neue Heimat schon zahlreiche Postkarten-Motive entdeckt hatte.

Freitag, 09.08.2019, 11:16 Uhr
Coesfeld: Postkarten-Idylle vor der Haustür
Foto: ct

Also zog die 45-Jährige mit der Kamera los und fotografierte, was sie für sehens- beziehungsweise zeigenswürdig hielt: Den weiten Himmel über dem Coesfelder Berg, die Dreilindenhöhe, das Walkenbrückentor, die Lamberti-Kirche, das Goertz-Kunstwerk auf dem Markt, den Ochsen auf dem kleinen Marktplatz, einen der „Lebenskünstler“ vor dem Kunstverein, den Kalki, die stattliche Trauerweide an der Umflut, „die leider schon nicht mehr da ist“, bedauert Wiltrud Peiler. Außerdem Bäume, Baumstämme, Blüten. Schöne Details sind darunter, aber auch beeindruckende Panoramaaufnahmen, Postkarten-Motive sind es allesamt. „Coesfeld ist so idyllisch, dass es mir manchmal vorkommt als lebte ich in einer Postkarte“, sagt Wiltrud Peiler, die sich mit Münsterländer Idylle durchaus auskennt. Bevor sie nämlich in die Kreisstadt zog, lebte sie richtig ländlich. „Also da, wo es nachts keine Straßenbeleuchtung gibt“, fügt sie erklärend hinzu.

Aus der Fülle von Aufnahmen traf sie eine Auswahl und gestaltete am Computer 26 verschiedene Coesfeld-Karten, die so ganz anders daherkommen als das, was man üblicherweise an Ansichtskarten findet: reduziert, klar, von schlichter Eleganz. Ihre Karten hat sie bisher nur in kleiner Stückzahl drucken lassen, quasi für den Eigenbedarf. Perspektivisch würde sie die „Grüße aus Coesfeld“ natürlich gerne im größeren Stil vermarkten. Ein persönliches Lieblingsmotiv habe sie nicht, und auch für einen Lieblingsort in Coesfeld mag sich Wiltrud Peiler nicht entscheiden. „Es gibt so viele schöne Ecken. Besonders schätze ich, dass die Stadt sehr grün ist und ich von der Innenstadt in fünf Minuten in der Natur bin.“ In der Natur, wo sie je nach Jahres- und Tageszeit immer wieder Neues entdeckt. Im Frühling eine Kirschbaumallee in voller Blüte, im Sommer Klatschmohn und Kornfelder, im Herbst einen mit Fallobst bedeckten Weg und im Winter kahle Zweige vor einem stahlblauen Himmel – da bekommt man direkt Lust auf Urlaub zu Hause. Postkarten für die Grüße an die Lieben sind jedenfalls schon ausgesucht.

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