Coesfeld
Gesundes Golfergrün trotz Trockenheit

Coesfeld. Auf den Millimeter genau trimmt Bastian Knapp mit seinem Aufsitzmäher die saftige Rasenfläche auf dem Golfplatz in Stevede. Er ist einer der sieben Greenkeeper des Golf- und Landclubs Coesfeld, die die Grünanlagen mit ihren Rasenflächen, Sandbunkern, Wasserhindernissen und dekorativer Vegetation instand halten. Während die meisten Heimgärtner in diesem zumeist trockenen Sommer über vergilbten Rasen klagen, hat das Herzstück des Golfplatzes, das sogenannte Grün, einen gesunden, kräftigen Farbton. Was ist das Geheimnis der Greenkeeper für gesundes Gras trotz Hitze?

Freitag, 16.08.2019, 10:30 Uhr
Coesfeld: Gesundes Golfergrün trotz Trockenheit
Bastian Knapp ist Greenkeeper am Coesfelder Golfplatz. Neben dem Beschneiden des Grüns und der Düngung des Rasens gehört auch das Setzen neuer Löcher zu seinen Aufgaben. Foto: Falk Hemsing

„Es kommt auf die Vorbereitung an“, weiß Knapp. Langfristige Planung und gute Vorarbeit seien essenziell. Denn wenn die Pflanze vital ist und ausreichend Nährstoffe hat, halte sie der Hitze insgesamt auch besser stand. Ein wichtiger Baustein dieser Vorbereitungen sei das sogenannte Aerifizieren, erklärt der Greenkeeper. Hierbei werden zahlreiche kleine Löcher in den Rasen gestochen, um ihn zu durchlüften. Dies sorge dafür, dass das Wasser schneller in den Boden eindringt und die Mikroorganismen im Erdreich die Rasenpflanzen besser mit Nährstoffen versorgen können.

Zusätzlich zu dieser Maßnahme, die Knapp und seine Kollegen bei heißen Temperaturen alle drei bis vier Wochen durchführen, könne bei gravierenden Trockenstellen ein Benetzungsmittel aufgetragen werden. Dies verbessere die Wasserspeicherfähigkeit des trockenen Bodens, der dann lokal bewässert werden kann.

Auch die Düngung spiele eine wichtige Rolle, um den Rasen hitzebeständiger zu machen, erläutert Knapp. Während sie früher hauptsächlich mit Granulatdünger gearbeitet hätten, benutzten sie seit kurzem vermehrt Blattdünger, der in flüssiger Form aufgespritzt und direkt über die Halme des Rasens aufgenommen wird. Diese Umstellung habe sich als äußerst effektiv erwiesen, freut sich der Greenkeeper.

Wegen dieser intensiven Vorbereitungen habe er angesichts der Trockenheit relativ wenig bewässern müssen. Nur alle zwei bis drei Tage hätten sie die Sprinkler angestellt. Einzig an den extrem heißen Tagen mit Temperaturen ab 40 Grad hätten sie die Grünflächen täglich beregnet. Dies sei dann nachts und nicht tagsüber geschehen, um die Rasenpflanzen vor Sonnenbrand zu schützen. Denn durch die Wassertropfen auf den Halmen ergebe sich ein Linseneffekt, bei dem die Sonnenstrahlen gebündelt werden und das Gras verbrenne.

Heimgärtnern rät Knapp deshalb, nicht in der Mittagshitze zu bewässern. Und wenn beregnet wird, dann lieber großzügig, sodass das Wasser auch tatsächlich zu den Wurzeln durchdringt. Beim Düngen empfiehlt der Greenkeeper, kleine Mengen aufzutragen, dafür aber häufiger. Denn bei Überdüngung weiche der Rasen auf und werde somit anfälliger für Pilzbefall. Beim Düngemittel sollte der Heimgärtner auf Langzeidünger vertrauen, erklärt Knapp.

Wer seinen Rasen durch Belüftung intensiver pflegen möchte, könne entweder auf ein handliches Aerifizierungsgerät zurückgreifen oder alternativ das Grün mit der Mistgabel durchlöchern und punktuell bewässern. Generell rät Knapp zu dem Motto: „Immer mit der Natur, nie gegen die Natur“.

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