Coesfeld
Geschichte einer unerwarteten Unterstützung

Coesfeld. So nette Polizisten habe sie noch nie getroffen. „Und ich bin schon steinalt“, sagt Ursel Eggers mit einem Lachen. Als die 79-Jährige jetzt mit ihrem Elektromobil vom Lamberti-Friedhof zurück zu ihrer Wohnung in der Nähe des Seniorenstifts Alte Weberei fahren wollte, blieb sie noch am Friedhof liegen. „Ich habe vergessen, die Batterien voll aufzuladen.“ Und jetzt? „Ich kann kaum laufen, weil ich eine unheilbare Nervenkrankheit habe. Ich hätte ein Taxi rufen können, aber was wäre dann mit meinem Elektromobil gewesen?“

Samstag, 31.08.2019, 10:42 Uhr
Coesfeld: Geschichte einer unerwarteten Unterstützung
Ursel Eggers möchte sich für die tatkräftige Unterstützung der Coesfelder Polizei bedanken. Vor Kurzem blieb sie mit ihrem Elektromobil liegen und wurde spontan von zwei Beamten samt Mobil im Bulli nach Hause gefahren. Foto: Jessica Demmer

Also entschloss sich Ursel Eggers immer drei Schritte zu laufen und das Mobil dabei zu schieben, Pause zu machen und wieder zu schieben. Bis zum Ende der Stadtwaldallee hatte sie es auf diese Weise geschafft. Allerdings in zwei Stunden. „In Höhe der Polizei hat mich ein junger Mann angesprochen und mich gefragt, ob es mir gut gehe. Ich hatte wirklich kaum noch Energie. Ich habe ihm erklärt, was passiert ist. Da er in zivil unterwegs war, wusste ich zunächst gar nicht, dass er Polizist ist.“ Er bat sie, einen Moment zu warten, er würde einen Kollegen holen. Und dann ging alles ganz schnell. „Die beiden jungen Männer haben einen Bulli vorgefahren, die Rücksitzbank ausgebaut und mich und meinen Rollator eingeladen und nach Hause gefahren.“ Dabei habe sie noch nicht einmal explizit die Polizei um Hilfe gebeten. „Ich war so überwältigt von der Hilfsbereitschaft, dass mir irgendwann die Worte fehlten“, freut sie sich über diesen für sie denkwürdigen Augenblick.

Am nächsten Tag habe sie dann einen Geschenkkorb mit vielen Leckereien gekauft und wollte sich noch einmal in aller Ausführlichkeit bei den beiden Helfern in der Not bedanken. „Leider waren sie an dem Tag nicht da und die Polizei darf solche Geschenke auch nicht annehmen, wie ich gelernt habe. Also habe ich den Korb wieder mitgenommen“, erzählt Ursel Eggers.

Wiederum einen Tag später klingelte es an ihrer Haustür. Einer der Polizisten hatte es sich nicht nehmen lassen, ihr noch einmal einen Besuch abzustatten und sie zu fragen, wie es ihr gehe. „Das war so schön und gewiss nicht selbstverständlich. Man sagt ja immer ,Die Polizei, dein Freund und Helfer’, aber das hat wirklich alles übertroffen.“

Trotz der netten Hilfe, für Ursel Eggers steht fest: „Das ist mir jetzt auch nur einmal passiert. Das Aufladen der Batterien werde ich in Zukunft bestimmt nicht mehr vergessen.“

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