Coesfeld
Gutes tun und Bekannte treffen

Lette. Als sie neulich gelesen habe, dass in Deutschland mehrere tausend Blutspenden pro Tag benötigt werden, war für Marion Bertling klar: „Das mache ich jetzt auch.“ Gesagt, getan. Den nächsten Blutspende-Termin des DRK-Ortsvereins Lette habe sie dann zusammen mit Freunden wahrgenommen. Als Erstspenderin. „Ich habe mich super betreut gefühlt und es gab keine Probleme beim Spenden.“ Etwas Wartezeit musste sie jedoch mitbringen, denn der letzte Termin in den Sommerferien war sehr gut besucht, wie auch Gudrun Borgert, Rotkreuzleiterin des Ortsverbandes, zu berichten weiß. „Das war wirklich außergewöhnlich. Es waren 223 Spender da, davon 16 Erstspender. Sonst sind es im Schnitt so 170 Personen “, erklärt Borgert. Hinzu kam, dass auch ein Arzt weniger da gewesen sei wegen der Ferien. Da sei es zu Warteschlangen gekommen. „Normalerweise ist man in 45 Minuten fertig, je nach dem, wie lange man noch Kaffee trinkt“, schiebt sie mit einem Lächeln hinterher und wirbt um Verständnis für die Unannehmlichkeiten bei dem letzten Termin. Marion Bertling hat das aber nicht abgeschreckt. „Wir haben jetzt sogar eine Blutspendegruppe gegründet und wollen regelmäßig gehen“, so die 48-Jährige.

Sonntag, 01.09.2019, 10:44 Uhr
Coesfeld: Gutes tun und Bekannte treffen
Während Johannes Börger (l.) schon 103 Mal Blut gespendet hat, ist Marion Bertling (h.r.) Erstspenderin. Über das Engagement von beiden freuen sich Gudrun Borgert (v.l.), Rotkreuzleiterin des Ortsvereins Lette, und Bernhard Kestermann, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. Foto: Jessica Demmer

Eine gute Tat zu vollbringen, so wie Marion Bertling, stehe bei vielen Spendern im Vordergrund, berichtet Gudrun Borgert. „Ein Großteil kommt auch, weil man immer Bekannte aus dem Dorf trifft.“ Ebenfalls ein Grund für Johannes Börger, der mit seinen 52 Jahren bereits zu den alten Hasen zählt. 103 Mal hat er in seinem Leben bereits Blut gespendet – seit seinem 18. Lebensjahr. „Meine Eltern haben mich damals mitgenommen und ich bin dabei geblieben. Ob in Lette oder auch mal nach der Arbeit in Dülmen. Früher gab es danach immer noch ein Bier mit Freunden im Dorf“, erinnert er sich und erzählt mit einem Lachen: „Da ist es auch schon mal passiert, dass der eine oder andere sich nach der Spende etwas überschätzt hat und vom Stuhl gefallen ist.“ Heute geht er mit seinen beiden Kindern hin. „Die sind zwar noch zu klein, um selbst zu spenden, aber in Lette gibt es ja immer auch eine Kinderbetreuung.“

103 Mal zu spenden, das sei schon eine herausragende Leistung, so Bernhard Kestermann, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Lette. „Über so viel Engagement freuen wir uns sehr.“ Für Johannes Börger ist aber noch lange nicht Schluss. „Ich finde es super, dass das Blut dadurch auch regelmäßig kontrolliert wird.“ Zudem, ergänzt Gudrun Borgert, sei es auch gut für den Körper, wenn dieser neues Blut produziere. Sechs bis sieben Liter Blut habe ein Mensch in seinem Körper, bei einer Spende wird ein halber Liter abgezapft. „Frauen dürfen vier Mal im Jahr spenden, Männer sechs Mal“, erläutert die Rotkreuzleiterin. Seit rund 30 Jahren sei sie dabei. Die Zahlen haben sich in der Zeit tendenziell eher etwas rückläufig entwickelt. „Damals waren es oft noch rund 200 Spender, jetzt sind es weniger. Aber die Zahl bleibt immerhin konstant seit einigen Jahren“, ist sie froh. Mit Plakaten, Facebook-Werbung, E-Mails, Pressemitteilungen und persönlichen Anrufen macht der Ortsverein auf die Termine aufmerksam. Vier Mal im Jahr kann in Lette gespendet werden. Brötchen im Anschluss gibt es auch. „Man sollte vor und nach der Spende wirklich etwas essen und trinken“, gibt sie einen Tipp für einen stabilen Kreislauf.

Wer sich ehrenamtlich für den DRK-Ortsverein Lette oder auch speziell für den Blutspendedienst, zum Beispiel in der Küche, engagieren möchte, der kann sich an Gudrun Borgert wenden. Der nächste Blutspendetermin ist am 20. November in der Kardinal-von-Galen-Grundschule.

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