Coesfeld
„Dies gibt Zukunft und Hoffnung“

Coesfeld (jd). Ein „beeindruckender Startpunkt eines Modellprojektes“ war es gestern für Superintendent Joachim Anicker: der erste gemeinsame Gottesdienst der von nun an kooperierenden evangelischen Kirchengemeinden in Coesfeld und Dülmen (wir berichteten). „Dies gibt Zukunft und Hoffnung. Wir vollbringen das Kunststück aus weniger mehr zu machen und statt zu klagen, teilen wir uns nun die Arbeit im Team. Auf Augenhöhe und in gutem Geiste“, beschrieb Anicker das Miteinander. Er bedankte sich bei beiden Presbyterien für den Mut, das Wagnis einzugehen. Es ist ein Modellprojekt für die gesamte Evangelische Landeskirche.

Montag, 02.09.2019, 10:58 Uhr
Coesfeld: „Dies gibt Zukunft und Hoffnung“
Feierten zusammen mit vielen Gemeindemitgliedern den Start der Kooperation der evangelischen Kirchengemeinden: (v.l.): Pfarrerin Susanne Falcke (Dülmen), Presbyter Peter Giese (Dülmen), Pfarrer Gerd Oevermann (Dülmen), Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann (Coesfeld), Presbyterin Ulrike Elsbernd (Dülmen), Presbyterin Heike Leopold (Coesfeld), Kirchmeister Klaus-Peter Kreutzfeldt (Coesfeld), Superintendent Joachim Anicker, Presbyter Thorsten Bomm (Dülmen) und Pfarrer Peter Zarmann (Dülmen). Als Gastgeschenk hatten die Dülmener den Coesfeldern einen Apfelbaum mitgebracht – eine Dülmener Rose. Foto: Jessica Demmer

Auch Heike Leopold, stellvertretende Vorsitzende des Coesfelder Presbyteriums, freute sich beim Empfang unter der Empore in der Evangelischen Kirche am Markt: „Es war ein langer Weg bis hierhin.“ Sie wählte einen passenden Vergleich: „Solostimmen können wirklich toll klingen, im Quartett wird der Klang voller und im Orchester wird es erst richtig imposant.“

Das Quartett, das sind von nun an die Pfarrer Birgit Henke-Ostermann aus Coesfeld, Susanne Falcke, Gerd Oevermann und Peter Zarmann aus Dülmen. Im Rahmen einer halben Stelle werden die Dülmener das Gemeindeleben in Coesfeld bereichern. Für die nächste Zeit geplant sind zunächst ein Glaubenskurs, ein Gospelworkshop, ein Gesprächskreis „Gott und die Welt“ und besondere „Auszeit“-Gottesdienste mit moderner Musik. Wechselseitig werden alle vier Theologen in Coesfeld und Dülmen predigen. Darauf gab es im Auftaktgottesdienst schon einen Vorgeschmack. Moderiert von Zarmann legten sie jeweils ein Bibelwort aus, dass sie mit der neuen Zusammenarbeit verbinden. „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“, zitierte Zarmann den 2. Timotheus-Brief und bekräftigte, dass er froh sei, „dass wir hier nicht vier Einzelkämpfer sind“. Dass auch die Mitglieder beider Gemeinden hinter dem auf zwei Jahre angelegten Experiment stehen, wurde im Gottesdienst bei einer Interview-Runde deutlich. Die Befragten hoben darauf ab, dass dies die richtige Antwort auf die auch zahlenmäßigen Veränderungen in Kirche und Gesellschaft seien. Aufgrund der Rückgänge der Gemeindegliederzahlen müssen beide Gemeinden mit jeweils einer halben Pfarrstelle weniger auskommen. In Dülmen sind es künftig noch zwei Stellen, in Coesfeld noch 1,5.

Bei Fingerfood kamen die Gemeindemitglieder nach dem Gottesdienst an Stehtischen miteinander ins Gespräch. Für viele war es ein erstes Kennenlernen. Am Ende gingen alle „unter der Gnade“, so das Motto für den Auftakt, wieder auseinander. Der war auch musikalisch vielversprechend. So vereinigten sich Dülmener und Coesfelder Bläser im Gottesdienst zu einem beeindruckenden Posaunenchor. Die Dülmener Kantorei und deren „Auszeit“-Band machten mit schmissigen Songs und gefühlvollen Balladen Appetit auf mehr moderne Kirchenmusik.

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