Coesfeld
Zwischen Fotos und Wachsplastiken

Coesfeld. Die Kreisstadt ist reich an Künstlern, die sehr verschiedene Kunst für sich und andere schaffen: So könnte das Fazit des dritten Atelierrundgangs lauten, der am Wochenende an zehn verschiedenen Orten insgesamt 16 Künstler und Künstlerinnen präsentierte. „Alles ist sowieso nicht zu schaffen. Dazu liegen die Angebote in diesem Jahr zu weit auseinander“, resümierte eine Besucherin.

Montag, 02.09.2019, 16:00 Uhr
Coesfeld: Zwischen Fotos und Wachsplastiken
Paul Joachim Müller (M.) erklärte seinen Besuchern seine Fotomotive und -collagen, die er von ganz unterschiedlichen Situationen angefertigt hat. Foto: az

Noch war es bei Karola Wortmann und ihrem Gast Hanjörg Bahmann am frühen Samstagnachmittag ruhig, doch das änderte sich bald. Spannend war der Einblick in ihr „Küchenatelier“ und ihre neuen Bilder. Abstrakte Bilder hingen neben neueren figürlichen Darstellungen. „In Florenz habe ich eine Fotoausstellung von Karl Lagerfeld gesehen, lauter Models. Ich habe das verändert, um die Scheinwelt deutlich zu machen“, erläuterte Wortmann das neue Genre in ihrem Oeuvre. Zurzeit bereitet sie eine Ausstellung über den Klimaschutz des Kreises Coesfeld vor. „Mein Hauptthema waren schon immer das Leben und die Menschen. Menschen flüchten zu uns vor dem geänderten Klima und seinen Katastrophen in ihrer Heimat. Bei uns holt sie irgendwann auch das Wasser ein“, erklärte sie eines der bereits fertigen Bilder für dieses höchst aktuelle Projekt.

In ihren Garten hatte sie Hanjörg Bahmann mit seinen eigenwilligen Wachsplastiken eingeladen. Seit 20 Jahren formt und baut er seine Plastiken mit diesem sensiblen Material. Zuerst verflüssigt er das Wachs und gießt es in eine Form aus Pappe, die er vorher mit Zeichnungen angedacht hatte. „Wachs hat ein Eigenleben, etwas Haptisches, Chaotisches und Überraschendes“, so Bahmann. Erstaunt kommentierte sein Besucher Christian Holbein diese Technik: „Das habe ich so noch nicht gesehen.“

Dafür hatte Holbein sich noch ein Kontrastprogramm

ausgesucht mit dem Besuch von Paul Joachim Müller, der aus fast 50 Jahren Fotoerfahrung eine sehenswerte Schau konzipiert hatte. „1975 war ich in der Hohen Tatra in Polen und habe dort einen Pferdemarkt besucht“, so Müller zu den Schwarz-Weiß-Fotos. Da er sich in der Flüchtlingsinitiative Coesfeld engagiert, fehlten auch Bilder von Flüchtlingen nicht. „Seit 2000 bin ich viel in der Natur. Eine Lichtung habe ich immer wieder fotografiert zu allen Tages- und Jahreszeiten. Daraus entstanden dann solche Collagen“, holte Müller ein Exemplar hervor.

Bei Ursula Borchard war ebenfalls einiges los. Sie hatte sich die Bildhauerin Magaretha Fleige eingeladen. Fleige formt aus Powertex, einer Modelliermasse aus Flüssig-Kunststoff, ihre menschlichen Figuren. „Das kann dann an der Luft aushärten“, ergänzte Fleige. Besucherin Marianne Wieschen interessierte sich überwiegend für die Bilder von Ursula Borchard. „Ich male selber. Vor acht Jahren habe ich damit in einem Kurs von Frau Borchard angefangen. Man vergleicht ja auch immer seine eigenen Bilder mit denen anderer“, begründete Wieschen ihren gezielten Besuch.

Eine wichtige Anlaufstelle für Besucher war auch das Atelierhaus von Rainer Gardian, Manfred Groß-Onnebrink, Thomas Wüllner und Monika Strauß im Sükerhook. Gardian freute sich auf die Eröffnung seiner Ausstellung im Dormitorium in Legden-Asbeck an diesem Wochenende.

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