Coesfeld
Polizei schließt technischen Defekt aus

Coesfeld. Ein brennender Trockner als Ursache wäre vermutlich allen Beteiligten lieber gewesen. „Einen technischen Defekt können wir aber definitiv ausschließen“, sagt Polizeisprecherin Britta Venker. Nach dem Kellerbrand an der Grimpingstraße, bei dem in der Nacht zu Dienstag alle 76 Bewohner evakuiert werden mussten, bleibt somit nur noch Brandstiftung als Ursache. „Ob vorsätzlich oder fahrlässig müssen die weiteren Ermittlungen zeigen“, erklärt Venker. Daher sei es auch noch zu früh, den Großeinsatz in die Brandserie von August einzureihen, zumal er nicht in das Muster passt. „Die Situation stellt sich komplett anders dar, da es dieses Mal ein Brand im Gebäude war“, erklärt Venker am Dienstagnachmittag.

Dienstag, 03.09.2019, 04:53 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 18:38 Uhr
Coesfeld: Polizei schließt technischen Defekt aus
Wegen der starken Rauchentwicklung nach einem Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Grimpingstraße musste die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag 76 Personen evakuieren und in der Freiherr-vom-Stein-Realschule unterbringen – für 19 richtetete das DRK ein Nachtlager im DRK-Heim vor Ort ein. Foto: André Braune

Da hatte das Ordnungsamt die Wohnungen bereits wieder freigegeben, wie StadtPressesprecherin Andrea Zirkel mitteilte. Noch bis in die Morgenstunden konnten die Bewohner nicht in das Mehrfamilienhaus zurückkehren.

Bei Eintreffen der ersten Kräfte kurz nach Mitternacht stand der Kellerraum des Mehrfamilienhauses in Vollbrand und war stark verraucht, sodass eine unmittelbare Gefahr für die 76 im Mehrfamilienhaus gemeldeten Bewohner bestand. Die Feuerwehr hatte direkt eine Stichworterhöhung veranlasst und so umgehend zwei Löschzüge alarmiert, berichtete Einsatzleiter Dominik Möller noch in der Nacht. Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste die Evakuierung über Steckleitern und das Nottreppenhaus des Gebäudes erfolgen.

Die Feuerwehr rückte mit rund 50 Kräften an und löschte den Brand. Parallel evakuierten Kräfte das Haus und brachten die Bewohner in die nahegelegene Freiherr-vom-Stein-Realschule in Sicherheit, wo sie von Helfern zweier Betreuungseinheiten des Deutschen Roten Kreuzes betreut wurden. Das DRK rückte mit neun Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen und vier Notärzten aus dem gesamten Kreisgebiet an, da zunächst von einer größeren Verletztenzahl ausgegangen werden musste. „Alle 76 Bewohner wurden medizinisch untersucht“, sagt Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbands. Durch das Feuer oder Rauchgas verletzt worden sei letztlich niemand, jedoch mussten zwei Personen – vermutlich aufgrund von Vorerkrankungen – ärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden.

Viele Bewohner versuchten, bei Freunden und Bekannten unterzukommen. Für 19 Personen, die keine alternative Übernachtungsmöglichkeit hatten, organisierte das DRK über den Landesverband Betten und richtete beim DRK-Ortsverein ein Nachtlager ein. „Das Besondere bei diesem Einsatz war, dass wir viele Familien mit Kleinkindern dabei hatten“, berichtet Schlütermann. „Wir haben hier Möglichkeiten zum Schlafen, Wickeln und Duschen bereitgestellt.“ Insgesamt waren 73 ehrenamtliche Helfer des DRK im Einsatz. Für viele war es nach zwei weiteren Einsätzen im Kreisgebiet innerhalb von 24 Stunden ein wahrer Marathon. Sie wurden am Morgen von weiteren Ehrenamtlern abgelöst, die die Betreuung sowie Verpflegung der Bewohner und Einsatzkräfte übernahmen.

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