Coesfeld
Alte Kreuze im neuen Gewand

COESFELD. „Wer ein altes Kreuz im Keller hat, der schmeißt das nicht wie ein Möbelstück einfach weg“, stellt Pastoralreferentin Ruth Fehlker fest. Aus diesem Grund hat die LambertiGemeinde die Coesfelder bereits im vergangenen Jahr dazu aufgerufen, ihre alten Kreuze zu spenden. „Die Resonanz war überwältigend und wir haben einen ganzen Kellerraum voll bekommen.“ Darunter Exemplare aus Holz, Metall und Plastik. „Es wurden auch einige Unikate und Nachbildungen unseres Coesfelder Kreuzes gespendet.“

Donnerstag, 05.09.2019, 18:22 Uhr
Coesfeld: Alte Kreuze im neuen Gewand
Pastoralreferentin Christiane Mussinghoff (l.) und ihre Kollegin Ruth Fehlker (r.) freuen sich auf die Ausstellung „Gottesteilchen“ von Anno Weihs (M.). Foto: mwa

Aber die gespendeten Kreuze waren nicht zum Einlagern gedacht, es sollte etwas Neues aus ihnen entstehen. Künstler Anno Weihs hatte dazu alle Kreuz-Spenden eingepackt und in seiner Werkstatt über ein Jahr daran getüftelt, etwas Neues daraus zu kreieren. Die Ergebnisse stellt er ab Samstag in der Ausstellung „Gottesteilchen“ im Rundgang um den Altarraum in der Jakobi-Kirche aus.

Bevor alle Exponate fertig waren, ist über ein Jahr Zeit vergangen. Im ersten Schritt hat der Künstler die Kruzifixe aus Holz auseinandergenommen und die Exemplare aus Metall eingeschmolzen. „Das gehört einfach dazu, wenn etwas Neues entstehen soll“, so Weihs. Entstanden sind über 20 einzigartige Exponate. Er selbst sieht die Ausstellung als Mischung von Kunst und Spiritualität. „Aus dem Alten ist immer etwas Neues entstanden – das ist Wiederauferstehung in einer anderen Form.“

Große Holzstücke verarbeitete der gebürtig aus Wickede stammende Weihs zum Beispiel zu einen Abendmahltisch, aus Überresten von Keramik und Stein stellte er einen Ziegelstein her, aus dem Messing goss er ein Weizenkorn (Bild) und Holzreste verarbeitete er zu Bauklötzen. „Alles, was ich so nicht nutzen konnte, habe ich verbrannt und aus der Asche sind verschiedene Kunstwerke entstanden.“

Darüber hinaus können die Besucher Boxen sehen, die das Leben symbolisieren. Dieses, so erklärt der Künstler, sei ein Geschenk, dass der Mensch mit Inhalt füllen müsse.

Die Ausstellung wird am Samstag im Anschluss an einen Gottesdienst, der um 16.30 Uhr beginnt, eröffnet.

Künstler Weihs erklärt dem Publikum die Ausstellung und lädt mit der Kirchengemeinde zu einem Sektempfang ein. Die Kunstwerke sind noch bis zum 22. September zu sehen.

7 Besichtigungszeiten: Montag bis Samstag: 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr, Sonntag von 16 bis 18 Uhr und immer rund um die Gottesdienstzeiten. Die Ausstellung wird von ehrenamtlichen Menschen betreut, die auch ältere Mitbürger unterstützen, wenn Treppenstufen zu schwierig zu erklimmen sind.

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