Coesfeld
Top-modernes Tor zur Geschichte

Coesfeld. Ein Fingertipp auf den Bildschirm – und schon sollen lauter Hotspots auftreten: sehenswerte Orte in Coesfeld und Umgebung, interessante Fahrradrouten, lohnenswerte Wege und – ein besonderer Clou – alle Räume und Exponate im Stadtmuseum „Das Tor“.

Donnerstag, 12.09.2019, 10:38 Uhr
Coesfeld: Top-modernes Tor zur Geschichte
Das Walkenbrückentor steht im Mittelpunkt des musealen Konzepts zur Stadtgeschichte, aber auch für die Synagoge (l.) und das Natz-Thier-Haus (r.) hat Dr. Kristina Sievers-Fleer neue Ideen. Fotomontage: fs Foto: az

Diese Art der barrierefreien Erschließung des Stadtmuseums – und der kunsthistorischen Angebote der Region – durch einen Medientisch im künftigen Forum neben dem Eingang ist nur ein Baustein im Konzept, mit dem das Walkenbrückentor weiterentwickelt und zum „Tor zur Geschichte der Region“ werden soll. 230 000 Euro hat die Stadt dafür – zusätzlich zur Förderung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe – aus Leader-Mitteln bekommen. Und wie das Geld konkret verwendet werden soll, stellte Museumleiterin Dr. Kristina Sievers-Fleer dem Kulturausschuss vor.

Die Vertreter zeigten sich über Parteigrenzen hinweg begeistert. Rosemarie Niemeier (CDU) erinnerte an den schwierigen Start vor sieben Jahren. „Das Stadtmuseum ist eine Erfolgsgeschichte geworden“, lobte sie Konzept und Arbeit aller Beteiligten. „Weit entfernt vom Staub der Geschichte“ sei das Tor, so Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld). Das Konzept sei ideal „mehr Leute und junge Leute“ ins Museum zu locken. Für die SPD, die wegen der fehlenden Barrierefreiheit dem Museum zunächst kritisch gegenüber gestanden hatte, erinnerte Hermann-Josef Vogt daran, dass man „das pädagogische Konzept“ immer gelobt habe. Der Einsatz moderner Medien und die Vernetzung mit weiteren historisch wichtigen Standorten in der Stadt mache das Museum „sehr attraktiv“. „Angenehm überrascht“ vom Gesamtkonzept, zeigte sich Ingrid Potthoff (Grüne) und Martina Vennes (Pro Coesfeld) fasste zusammen: „Wir sind begeistert und freuen uns, dass es jetzt weitergeht.“

Folgende Bausteine sieht das Konzept neben der Neugestaltung des Forums vor, in dem nicht nur der Medientisch aufgestellt wird, sondern das auch Platz für Wechselausstellungen und Veranstaltungen bietet: 0 Fertigstellung der Dauerausstellung: Das Walkenbrückentor selbst, das in der Baumberge-Region das letzte existierende Stadttor sei, solle in den Fokus rücken, kündigte Dr. Kristina Sievers-Fleer an. Stadtgründung, Handel und Hanse, Coesfeld als barocke Festungsstadt und das konfessionelle Zeitalter sollen in den vier noch freien Räumen thematisiert werden. 0 Installation einer Ausstellung in der Synagoge: „Die Synagoge hat ein Alleinstellungsmerkmal in der Region und ist so gesehen ein Glücksfall für die Stadt“, betonte Sievers-Fleer. Sie solle als historischer Ort authentisch bleiben, zugleich aber für Veranstaltungen und Wechselausstellungen genutzt werden. Eine Präsentation zum jüdischen Leben in Coesfeld und der Region ist ebenso angedacht. Und schließlich kann sich Sievers-Fleer vorstellen, Tor und Synagoge derart zu vernetzen, dass Exponate aus der Ausstellung des Museums in der Synagoge weiterentwickelt werden. 0 Neukonzeption der Ausstellung im Natz-Thier-Haus: Die 20 Jahre alte Präsentation wird neu konzipiert und inhaltlich gestrafft. Zwar soll Natz Thier als Heimatdichter und Karnevalist gezeigt werden. Aber es geht auch darum, am Beispiel der Familie Thier das Wechselverhältnis von Heimat und Engagement darzustellen – ein Brückenschlag zur Bürgerstiftung, die Räume im Natz-Thier-Haus angemietet hat. 0 Aufbau eines QR-Code-Rundgangs: Vor allem sollen sich die Coesfelder hier einbringen können und der Rundgang soll Lette einschließen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6920426?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker