Coesfeld
Prachtentfaltung auf 18 Leinwänden

Coesfeld. Pracht, Fülle, opulente Farbigkeit, kraftvolle Dynamik – das sind die ersten Eindrücke beim Betreten des Kunstvereins, der Arbeiten des belgischen Künstlers Jan De Vliegher präsentiert. Schönes, Edles und Wertvolles in Öl und Acryl auf 18 großformatigen Leinwänden: üppige Gärten, kostbare Prunkteller und Fayencen, Kristallgläser und -lüster, pompöse Bauwerke, schillernde Koi-Karpfen in einem Teich. Es ist eine wahre Wonne, man kann sich gar nicht satt sehen.

Samstag, 14.09.2019, 10:18 Uhr
Coesfeld: Prachtentfaltung auf 18 Leinwänden
Der Künstler bei der Arbeit: Aus großen Farbeimern und mit groben Pinseln erschafft der Belgier Jan De Vliegher prachtvolle, leuchtende Gemälde. Ein Ausschnitt seines Œuvre ist bis zum 3. November im Kunstverein zu sehen. Foto: privat

Jutta Meyer zu Riemsloh, Vorsitzende des Kunstvereins, schmunzelt, weiß sie doch um die Wirkung dieser Kunstwerke. „Der Betrachter wird erst einmal angezogen von der Farbigkeit und eingefangen von der Schönheit, was so auch von De Vliegher beabsichtigt ist. Auf den zweiten Blick gibt es aber noch sehr viel mehr zu sehen“, so Meyer zu Riemsloh gestern beim Vorab-Rundgang durch die Ausstellung, die morgen um 17 Uhr eröffnet wird. Der zweite Blick offenbare De Vlieghers intensive Auseinandersetzung mit den kulturellen Werten der Menschen sowie mit ihrem Verhältnis zu und ihrem Umgang mit der Natur.

Die Art und Weise, wie De Vlieghers Bilder entstehen, muss eindrucksvoll sein. „Er arbeitet nach Fotos von Objekten und Landschaften, die er am Computer bearbeitet und ausdruckt. Dann mischt er die Farben in Eimern, was mitunter mehrere Stunden dauern kann, bevor er sein Motiv mit groben Pinseln und Malstöcken aus der Schulter heraus und nass in nass auf die Leinwand wirft“, erläutert Meyer zu Riemsloh. Wulstige Kleckse, Spritzer, Tropfen und Verläufe sind das chaotische Moment in den ansonsten laut Meyer zu Riemsloh streng durchkomponierten Bildern. Und sie veranschaulichen, dass es De Vliegher nicht um die perfekte Abbildung von Realität geht, sondern – wie er selber sagt – „um die Malerei an sich“. Sein Stuttgarter Galerist schreibt: „Diese Leidenschaft des Malers für die Malerei, für Farbe und deren Komposition, für das Spiel von Licht und Schatten sowie von Hell und Dunkel ist beim Betrachten seiner leuchtenden Arbeiten deutlich spürbar. De Vliegher, der von sich selbst sagt, er könne alles malen und müsse sich selbst davon abhalten, verfügt über ein umfangreiches motivisches Oeuvre.“ Einen sehr sehenswerten Ausschnitt zeigt der Kunstverein Münsterland, der sich freut, diesen international gefragten Künstler präsentieren zu können.

Jan De Vliegher wurde 1964 in Brügge geboren. Mit 18 Jahren begann er sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Sint-Lucas in Gent, das er 1986 erfolgreich abschloss. Seit 2003 unterrichtet er Malerei und Zeichnung an der Stedelijke Academie Brügge und an der Art academy Knokke. Jan De Vliegher lebt und arbeitet in Brügge.

An der öffentlichen Vernissage, die am Sonntag um 17 Uhr in den Räumen des Kunstvereins am Jakobiwall beginnt, wird er persönlich teilnehmen. Die Ausstellung kann bis zum 3. November besucht werden.

| www.kunstvereins-muensterland.de

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