Coesfeld
Wenn das Mammut ganz nah kommt

Coesfeld. Wenn die Menschheit den blauen Planeten räumen müsste, was würden sie mitnehmen? Diese Frage stellte ein Team von Studenten der Fachhochschule Architektur in Münster zusammen mit dem Verein Münsterland e.V. unter dem Motto „Apokalypse Münsterland“ in 28 Museen im Münsterland im vergangenen Jahr. Die Bevölkerung durfte auswählen. Studenten setzten die Ergebnisse in 3-D-Modelle um und entwickelte daraus den Apokalypse-Container mit Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen), der zurzeit im Münsterland unterwegs ist. Am Samstag stand er auf dem Marktplatz und weckte großes Interesse bei allen Altersgruppen.

Sonntag, 15.09.2019, 18:00 Uhr
Coesfeld: Wenn das Mammut ganz nah kommt
28 3-D-Modelle von Kunstwerken aus verschiedenen Museen im Münsterland wurden den Besuchern dank neuester VR-Technik gezeigt. Mit einem Chip konnten sie sich ihren Favoriten aussuchen und diesen nachher mit einer VR-Brille virtuell näher kommen. Fotos: emk Foto: az

Dominik Kissmann war einer der Studenten, die das Projekt erdacht und realisiert haben. „Ich kannte bis dahin nur die großen Museen in Großstädten. Jetzt habe ich die Museen im Münsterland entdeckt. Darunter sind einige Perlen“, freute sich Kissmann. Auch Bürgermeister Heinz Öhmann interessierte sich für das Projekt: „Ich bin froh, dass die Aktion hier in Coesfeld Station macht. Ich habe mir die Turmwindmühle des Heimatmuseums Windmühle Reken ausgesucht. Ich bin gespannt, was es da zu sehen gibt.“

Im Container waren alle 28 Objekte im 3-D-Druck in wabenartigen Öffnungen zu sehen. Mit einem Chip wurde das Objekt des Interesses ausgewählt und damit die VR-Boxen aufgesucht. Vorher konnte man mit einer grauen 360-Grad-Brille die Maitremse in Borken oder das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst „entdecken“.

Robin Becker (11) hatte sich das Mammut des Geomuseums der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und das Meisterstück aus dem Baumberge-Sandstein-Museum Havixbeck ausgesucht. „Ich finde die Tiere einfach gut. Das Mammut kam ganz nah an mich heran. Ich will jetzt dahin ins Museum“, berichtete Robin nach der Benutzung der VR-Brille begeistert.

Lisa Heisterkamp hatte sich dafür etwas ganz anderes ausgesucht. „Das Gemälde ,Ohnmacht Mariens’ im Museum Abtei Liesborn in Wadersloh hat mich einfach von der Darstellung angesprochen. Man steht dann virtuell vor dem Gemälde und kann es ganz nah heranholen. Jede einzelne Figur wurde auch super erklärt“, so Heisterkamp. Auch sie möchte jetzt unbedingt in das Museum, denn das war ihr bisher entgangen.

Es gibt im Rahmen der Aktion auch einen anonymen Fragebogen für die Besucher. Spannend wird die Auswertung sein, denn – wie das Projekt zeigte – sind die kleinen und mittleren Museen im Münsterland noch viel zu wenig bekannt. Das könnte sich bald ändern.

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