Coesfeld
Keine Häufung von Handfehlbildungen

Coesfeld. Immer mal wieder komme es vor, dass Kinder mit Fehlbildungen geboren würden, sagt Dr. Hubert Gerleve, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik der Christophorus-Kliniken. Das treffe auch in Coesfeld zu, wo jährlich mehr als 2200 Kinder das Licht der Welt erblicken. Mal würden die Ursachen für die Fehlbildungen gefunden und mal nicht.

Dienstag, 17.09.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 11:49 Uhr
Coesfeld: Keine Häufung von Handfehlbildungen
Dr. Hubert Gerleve warnt vor einer Dramatisierung des Themas. Foto: az

Eine ungewöhnliche Häufung von Handfehlbildungen bei Neugeborenen habe man am Klinikstandort Coesfeld bisher jedenfalls nicht festgestellt, sagt der Mediziner. Erst vor Kurzem war gemeldet worden, dass es an einer Klinik in Gelsenkirchen zu einer ungewöhnlichen Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen gekommen ist. Dr. Hubert Gerleve warnt davor, das Thema zu dramatisieren.

Jetzt will sich Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerium einen genaueren Überblick verschaffen. Das Ministerium werde alle Kliniken in NRW abfragen, ob dort ähnliche Fehlbildungen aufgefallen seien, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Dr. Hubert Gerleve teilt mit, dass es kein Register – weder bundes- noch landesweit noch in den Christophorus-Kliniken selbst – gebe, in dem Fehlbildungen bei Neugeborenen dokumentiert würden. Falls es in den Christophorus-Kliniken zu einer Häufung solcher Fälle gekommen sein sollte oder kommen würde, würde man das intern anhand der vorhandenen Daten nochmal ganz genau prüfen.

Es gebe grundsätzlich eine Vielzahl von möglichen Fehlbildungen bei Neugeborenen. Tatsächlich sei es auch nicht ungewöhnlich, wenn ein Kind mit sechs Fingern an einer Hand geboren würde. Auch das Phänomen eines Ohranhängsels sei bekannt. Manche Neugeborene würden mit nur einer Niere, andere wiederum mit drei Nieren oder mit einem Loch in der Herzkammerscheidewand zur Welt kommen. Auch die Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte gehöre zu den bekannten Fehlbildungen.

Die Entwicklung des Kindes im Mutterleib sei so komplex, dass auch schon mal ein Fehler passieren könne. „Das muss man hinnehmen“, sagt der Mediziner. Auch müsse man berücksichtigen, dass eine Vielzahl der Schwangerschaften vorzeitig zu Ende gehe, wenn der Fehler zu gravierend sei. Immer wieder werde vergessen, dass es ein großes Wunder sei, dass ein gesundes Baby geboren werde. „Jeder Einzelfall einer Fehlbildung ist spektakulär“, sagt Dr. Hubert Gerleve. Er weist gleichzeitig darauf hin, dass den Eltern eines neugeborenen Kindes mit Fehlbildungen spontan spezielle Hilfe zuteil werde. „Die Begleitung ist allumfassend“, sagt der Mediziner. Auch der sozialmedizinische und der psychotherapeutische Aspekt würden dabei eine große Rolle spielen.

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