Coesfeld
Fertigstellung im Sommer 2020 geplant

Coesfeld. Wenn Melanie Obst als Mitglied der Eigentümerfamilie über den Neubau auf dem Grundstück des ehemaligen Schuhhauses Emde an der Loburger Straße spricht, schwingen Vorfreude und etwas Wehmut gleichermaßen mit. „Natürlich geht ein Stück Geschichte zu Ende, aber wir haben uns jetzt für die neuen Wohnungen entschieden und ich denke, die werden auch super dort ins Gesamtbild passen“, freut sie sich auf die kommenden Monate der Bauzeit.

Freitag, 20.09.2019, 10:46 Uhr
Coesfeld: Fertigstellung im Sommer 2020 geplant
So soll er aussehen, der Neubau mit sechs Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Schuhhauses Emde, der im kommenden Sommer fertiggestellt werden soll. Zeichnung: Evers Architekten Partnerschaft Foto: az

Sechs neue Wohnungen auf drei Etagen sollen dort entstehen, jeweils zwischen 60 und 80 Quadratmeter groß, wie Andy Weiling vom Planungsbüro Bauplan Coesfeld ergänzt. Er ist für die Ausführungsplanung zuständig, während Evers Architekten Partnerschaft für die Entwurfsplanung verantwortlich zeichnet. „Es sind jeweils zwei bis drei Zimmer. Die beiden unteren Wohnungen haben einen Garten, die oberen jeweils einen Balkon.“ In die ganzen Planungen involviert war von Anfang an die Familie Emde/Obst. „Uns ist es schon eine Herzensangelegenheit, dass dort etwas Schönes und auch Wertiges entsteht“, betont Melanie Obst.

Am 21. August ist der Bagger angerückt und hat angefangen, die ersten Fenster einzudrücken (wir berichteten). Gut drei Wochen später ist vom alten Gebäude nichts mehr zu sehen, stattdessen ist schon neuer Beton gegossen, auch der Aufzugschacht ist zu erkennen. „Bis Ende September soll der Keller, der Rohbau bis Weihnachten fertig sein“, so Andy Weiling. Für den Sommer des kommenden Jahres ist die gesamte Fertigstellung angedacht.

Mit dem Abriss Ende August ist auch ein Stück Geschichte verschwunden. Bereits seit den 50ern hat es dort das Schuhhaus Emde gegeben. Wobei das Geschäft als solches schon viel älter ist. 1932 als Schuhmacherwerkstatt gegründet, hatte der Großvater von Melanie Obst sein Geschäft an der Loburger Straße in der Nähe der heutigen Tanzschule Falk. „Dann kam der Krieg, in dem er seinem Handwerk nicht nachgehen konnte, bis dann Anfang der 50er Jahre der Neubau an der Ecke zur Wertchenstraße kam“, erinnert sich Melanie Obst. Dort ging es mit der Schuhmacherwerkstatt weiter, bis ihre Eltern Ende der 60er daraus ein Schuhgeschäft gemacht haben. „2002 hatten wir den großen Umbau, im Zuge dessen wir das Flachdach und die großen Fenster haben an- bzw. einbauen lassen.“ Ende 2017 dann die Einstellung des Geschäftsbetriebes. „Wir hatten auch versucht, es neu zu vermieten. Am Ende haben wir uns dann für die Wohnungen entschieden.“

Bis zum Sommer des kommenden Jahres ist es aber noch ein weiter Weg. Jetzt muss sie erstmal zusammen mit Andy Weiling entscheiden, welcher Putz denn an die Wände kommen soll. Unter anderem.

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