Coesfeld
Eltern und Schule wünschen sich mehr

Coesfeld. Knapp 80 Kinder besuchen inzwischen den Offenen Ganztag der Lambertischule und dafür ist der Küchenbereich viel zu klein. Eine Verbesserung empfiehlt deshalb das Gutachten zur Schulentwicklung, das dem Schulausschuss vorgestellt worden ist. Empfehlungen für eine komplette Erweiterung des Schulgebäudes gibt es aber nicht – sehr zur Enttäuschung von Schulleiterin Michaela Ellerbrock und Vertretern der Eltern, die die Diskussion im Ausschuss verfolgten.

Donnerstag, 10.10.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 11:02 Uhr
Coesfeld: Eltern und Schule wünschen sich mehr
Heriburg-Gymnasium, Maria-Frieden-Schule und Lambertischule (v.l.) sollen bessere Bedingungen zum Lernen und zur Betreuung erhalten. Während die Erweiterung und Modernisierung von Heriburg und Maria Frieden unstrittig ist, gibt es am Konzept für Lamberti Kritik. Collage: Florian Schütte Foto: az

Sie hatten bereits im Vorfeld gemeinsam ein Raumkonzept entwickelt, weil sie der Ansicht sind, dass die Lambertischule auf dem Weg in die Dreizügigkeit ist und daher sowohl Klassenräume, als auch Möglichkeiten für die Ganztagsbetreuung fehlen. Das sieht die Gutachterin nicht. Sie rät, auch künftig von einer Zweizügigkeit der Schule auszugehen und höchstens leichte konzeptionelle Veränderungen im bestehenden Raumprogramm vorzunehmen, weitere Räume im Dachgeschoss auszubauen und die Übermittagsbetreuung im Untergeschoss anzusiedeln.

Das stieß im Ausschuss auf Kritik. „Ich kann nachvollziehen, dass die Eltern von diesen Aussichten nicht begeistert sind“, sagte Stephan Beck (CDU) und nahm Bezug auf einen Brief der Elternvertretung der OGS, die sich gegen eine Betreuung ihrer Sprösslinge im Untergeschoss wehrt. Der Raum sei unzumutbar – dunkel, feucht und schlecht belüftet, schreiben sie. „Untergeschosse sind für mich keine Schulräume“, redete Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld/Familienpartei) Tacheles.

Zweifel meldeten Vertreter im Ausschuss auch an der von der Gutachterin vorausgesetzten Zweizügigkeit an. Nach dem Umzug der Martin-Luther-Schule sei eher davon auszugehen, dass wegen der Lage in der Innenstadt künftig mehr Kinder die Lambertischule besuchen, lautete ihr Argument. „Sehr hart an der Kante geplant“, fand Wolfgang Kraska (FDP) das Raumprogramm. Dieter Goerke und Martina Vennes (Pro Coesfeld) appellierten an die Verwaltung, das Gespräch mit der Schule zu suchen und gemeinsam zu planen.

Für die Verwaltung sicherte Dezernent Dr. Robers zu, dass Küche und Mensa zügig verbessert werden sollen. Die von der Gutachterin vorgeschlagenen zusätzlichen Ausbauten im Dachgeschoss sah er positiv. Und zur Nutzung des Untergeschosses meinte Robers: „Das ist für uns nicht die erste Wahl, aber eine Möglichkeit.“ Auch andere Schulen in Coesfeld nutzten das UG, die Ludgerischule etwa habe dort einen OGS-Raum. Erster Beigeordneter Thomas Backes begründete die vorsichtige Planung mit dem langfristigen demografischen Wandel. „Viele viele Jahre später werden wir viele viele Kinder weniger haben“, so Backes. Ein Erweiterungsbau würde den städtischen Haushalt Jahrzehnte lang belasten.

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