Coesfeld
Kohlenhydrate als Master-Sprit

Coesfeld. Kohlenhydrate? Master-Sprit für alle Leistungen des Körpers. Butter? Baustein der menschlichen Zellen, thermoisolierend und schützt die inneren Organe. Süßes? Als Nachtisch kein Problem, als Snack zwischendurch eher ungeeignet. Dass man nicht einzelne Lebensmittel verteufeln, sondern sie immer in ihrer Gesamtheit betrachten sollte, das stand am Mittwochabend beim „Koch dich fit“-Event der DAK-Gesundheit in der Bürgerhalle auf dem Programm. Humorvoll und frötzelnd spielten sich „Fitness-Papst“ Prof. Dr. Ingo Froböse (Sportwissenschaftler an der Sporthochschule Köln) und WDR-Radiokoch Helmut Gote die Bälle zu.

Freitag, 11.10.2019, 09:34 Uhr
Coesfeld: Kohlenhydrate als Master-Sprit
Auch sportliche Tipps, zum Beispiel für Gymsticks in den eigenen vier Wänden, kamen an Mittwochabend nicht zu kurz. Foto: az

Während dieser munter Olivenöl in den Linsensalat kippte, schüttelte Ingo Froböse schon mit dem Kopf: „Bei der Qualität der Produkte sind wir uns ja einig, bei den Mengenangaben weniger.“ Gote konterte: „Die richtige Fettmenge entscheidet sich immer am Glanz.“ Neben Olivenöl fanden auch noch Chinakohl (keine Kalorien, reich an Vitamin C), Schafskäse (viel Kalzium und Phosphor) und rote Zwiebeln den Weg zu den Linsen (pflanzliches Protein, Ballaststoffe, Magnesium). „Sparen Sie nicht an der Qualität der Produkte“, appellierte Helmut Gote. „Wenn wir abends auf dem Sofa liegen und ständig etwas mümmeln, zeigt das doch unterschwellig, dass wir nicht zufrieden im Sinne von satt sind.“ Satt, das war ein Stichwort für Ingo Froböse. „75 Prozent der Deutschen haben schon mal eine Diät gemacht. Die funktionieren aber oft nur durch Hungern. Das rächt sich, denn der Körper vernachlässigt dadurch viele Funktionen“, warnte der Experte. Er empfahl, sich an den Rhythmus des Körpers anzupassen. „Morgens energiereiche Nahrung mit Kohlenhydraten und Fetten, mittags nähr- und vitalstoffreiche Kost und abends sollte sie eiweißreich sein.“ Zwischendurch brauche der Körper Nahrungspausen. Vier bis fünf Stunden. „Wenn Sie sich das kaum vorstellen können, dann müssen Sie Ihren Körper umerziehen.“

Es gelte eine Balance zu finden zwischen Psyche, Spaß und Gesundheit, wie Helmut Gote betonte. „Man sollte Kochen auch als sinnliche Beschäftigung wahrnehmen, dann geht es schon besser“, machte er allen Kochmuffeln Mut und schwärmte vom Geruch frisch gehackter Petersilie oder eben auch von guter Butter. „Wie immer im Leben kommt es auf das richtige Maß an“, sagte er, erntete einen zweifelnden Blick von Ingo Froböse und gab eine Anekdote zum Besten: „Da ruft mich sonntags der Herr Professor an und fragt, warum denn der Fisch in der Pfanne klebe, er hätte doch extra auf mein Anraten hin Butter in die Pfanne gegeben, also gepinselt. Gepinselt – das muss man sich mal vorstellen. Aber ich bin ja froh, dass Sie überhaupt Butter zu Hause haben.“ Auf die Frage Gotes, wie oft der „Fitness-Papst“ denn in der Woche koche, antwortete dieser: „Zwei bis drei Mal, aber wie oft kochen Sie denn? 14 Mal?“

Gute Zutaten, die seien auch für den Sport wichtig, so Froböse und stellte sogenannte Gymsticks vor, mit denen sich auch gut ein wenig Sport zu Hause machen ließe. „Da gibt es dann keine Ausreden mehr bei schlechtem Wetter.“ Er appellierte zum Schluss noch einmal an die mehr als 500 Zuschauer: „Tun Sie im Alltag etwas für sich. Wenn Sie dabei etwas entdecken, das nicht nur Ihrer Gesundheit guttut, sondern Ihnen auch im Allgemeinen, dann haben wir unser Ziel doch erreicht.“

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