Bombe hinter der Jakobikirche größer als erwartet / Geplanter Evakuierungsradius wird beibehalten
Zehn statt fünf Zentner

Coesfeld. Die Vorbereitungen für die Entschärfung der Bombe in der Baugrube im Jakobipark laufen auf Hochtouren. Es handelt sich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg - und zwar um eine 10-Zentner-Bombe mit zwei Aufschlag-Zündern amerikanischen Typs, nicht wie zunächst vermutet ein 5-Zentner-Blindgänger. Den will Kampfmittelräumer Heinz-Dieter Berchem am Sonntag gegen 13 Uhr unschädlich machen. Die Evakuierungen sind im benachbarten Vincenz-Hospital und im Katharinenstift bereits angelaufen.

Freitag, 31.01.2014, 18:37 Uhr

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Das THW unterstützt das DRK bei der Einrichtung eines Notkrankenhauses in der Sporthalle des Pictorius, falls das St.-Vincenz-Hospital komplett evakuiert werden muss.

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"Innerhalb einer Stunde wäre das Notkrankenhaus mit allen medizinischen Einrichtunge bezugsfähig", sagt Dr. Hans-Georg Schonlau, Ärztlicher Leider des Rettungsdienstes im Kreis Coesfeld. Mit im Bild: Alexander Heitkamp, Gruppeführer beim THW.

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Auch an der Fundstelle positioniert sich das THW.

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Experten legen den dort vermuteten Blindgänger frei.

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Im Krankenhaus werden Fenster mit Holzplatten gesichert. Foto: CK

Der Ablauf:

- 12.30 Uhr: Einsatzleitung und Räumdienst informieren an der Fundstelle

Es handelt sich um eine 10-Zentner-Bombe mit zwei Aufschlag-Zündern amerikanischen Typs, nicht um eine 5-Zentner-Bombe, wie zunächst vermutet.

Der ursprüngliche geplante Evakuierungsradius kann voraussichtlich beibehalten werden.

- 13 Uhr: Kampfmittel-Experte Heinz-Dieter Berchem untersucht den Blindgänger

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Kampfmittel-Experte Heinz-Dieter Berchem

- 14 Uhr: Krisenstab und Einsatzkräfte besprechen das weitere Vorgehen. Ergebnis: Der Evakuierungsradius wird beibehalten, wie ursprünglich geplant. 150 Polizisten und rund 500 Retter, Feuerwehrleute und Sicherheitskräfte werden am Sonntag im Einsatz sein.

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Der Krisenstab der Polizei koordiniert die notwendigen Absperrungen.

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Die Einsatzleitung im Kreishaus plant die Evakuierungsmaßnahmen.

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Auch der Krisenstab des Kreises tagt im Kreishaus.

- Sonntag, 8 Uhr: Die Polizei richtet in der Innenstadt eine Sperrzone ein. Ab diesem Zeitpunkt ist auch eine Betreuungsstelle für Betroffene im Gymnasium Nepomucenum eingerichtet.

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Rot: Evakuierungszone, Blau: Sperrzone

- Sonnntag, 9.30 Uhr: Ein Bus bringt Personen aus der Evakuierungszone von der Letter Straße aus (vor der Jakobi Kirche) zur Betreuungsstelle. Betroffene sollten an wichtige Medikamente denken und sicherstellen, dass ihre Haustiere versorgt sind. Wer gehbehindert oder bettlägerig ist, sollte dies bis spätestens Samstag um 21 Uhr dem Bürgertelefon beim Kreis Coesfeld unter Tel. 181818 mitteilen.

- Sonntag, 11 Uhr: In der Sperrzone darf niemand mehr auf die Straße

- Sonntag, 13 Uhr: Die Bombe wird entschärft. Der Kreis Coesfeld weist darauf hin, dass Personen, die innerhalb des 200 Meter Radius noch in ihren Häusern sind, besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten sollten. Sie sollten sich möglichst in Kellerräumen aufhalten, alternativ in Räumen, die von der Entschärfungsstelle abgewandt und soweit wie möglich unten im Gebäude liegen. Diese sollten möglichst über eine Betondecke verfügen. Keinesfalls darf man sich in Räumen, die der Entschärfungsstelle zugewandt sind, oder gar an deren Fenstern aufhalten.

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