Gesundheitsforum
„Neue Ansätze vielversprechend“

coesfeld. Fast jede achte Frau wird mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Am Mittwoch, 20. Juni ab 19 Uhr referiert Dr. med. Ute Middermann-Blank, Chefärztin der Frauenklinik der Christophorus-Kliniken sowie Leiterin des Brustzentrums, zu diesem Thema in der Familienbildungsstätte. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Telefonische Anmeldungen unter 02541/94920 sind erwünscht.

Montag, 18.06.2018, 10:16 Uhr

Gesundheitsforum: „Neue Ansätze vielversprechend“
Dr. med. Ute Middermann-Blank Foto: az

Im Vorfeld des Vortrags stellte AZ-Redaktionsmitglied Alexander Bitting der Referentin einige Fragen.

Auf welche verschiedenen Themenblöcke gehen Sie beim Vortragsabend ein?

Middermann-Blank: Der Vortrag „Bewährtes und Neues in der Brustkrebstherapie“ spannt den Bogen von der Entdeckung über die Diagnostik bis hin zur Therapie des Brustkrebses. Es wird informiert über die Selbstuntersuchung, das Mammographiescreening und die weiterführende Diagnostik. Operationsverfahren und ergänzende systemische Behandlungsmethoden werden erläutert. Die modernen Therapieverfahren und die Bildung von Brustzentren haben dazu geführt, dass etwa 85 Prozent aller Brustkrebspatientinnen ihre Erkrankung überleben. Durch anschauliches Bildmaterial wird die Therapie des Brustkrebses im Wandel der Zeit dargestellt.

Gibt es Empfehlungen, die das Brustkrebsrisiko präventiv verringern können? Oder spielen da mehr die Gene und unbeeinflussbare Faktoren eine Rolle?

Middermann-Blank: Die Einhaltung eines Normalgewichtes sowie die Vermeidung von zu viel Alkohol gehören zu den anerkannten Präventionsmaßnahmen. Eine ausgewogene Ernährung, ballaststoffreich, fettarm und möglichst geringer Verzehr von rotem Fleisch – entsprechend den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung – gelten ebenfalls als risikoreduzierend. Es ist auch erwiesen, dass Frauen, die nie geraucht haben, ein verringertes Lebenszeitrisiko für einen Brustkrebs haben. Auch körperliche Aktivität, das heißt Sport in Maßen, wird eine prophylaktische Bedeutung zugeschrieben. Nur etwa zehn bis 15 Prozent der Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt. Es wird jedoch bei jeder neu erkrankten Frau ein sogenanntes Risiko-screening durchgeführt. Gibt es Hinweise für eine vererbte Erkrankung, erfolgt die Vorstellung in einem genetischen Institut zur weiteren Abklärung.

Könnten Sie kurz die modernen Behandlungsmethoden der Brustkrebstherapie anreißen?

Middermann-Blank: Die Therapie des Brustkrebses ist seit den 70er Jahren in permanenter Weiterentwicklung. Von der Brustdrüsenentfernung zur brusterhaltenden Therapie, von der Chemotherapie zur zielgerichteten Therapie und ganz neu nun zur Immunonkologie. Es entstehen ganz neue Behandlungsmöglichkeiten, immer mit dem Ziel, ein noch besseres Überleben der Erkrankung zu erreichen. Die neuen Ansätze sind vielversprechend und gehen nun schrittweise in den klinischen Einsatz.

An dem Vortragsabend wird auch ein Informationsstand der Krebsberatungsstelle Münsterland anwesend sein. Worüber können sich die Besucher dort informieren?

Middermann-Blank: Eine Krebserkrankung bedeutet eine besondere Belastung für die erkrankten Menschen. Ängste, Selbstwertprobleme, Stimmungsschwankungen und Partnerprobleme treten häufig nach Diagnosestellung auf. Die Krebsberatungsstelle bietet ein umfassendes Unterstützungsangebot in psychoonkologischer und sozialrechtlicher Sicht. In der Region Münsterland hat die Krebsberatungsstelle ein vielseitiges Unterstützungsangebot für Erkrankte und deren Angehörige aufgebaut. Ergänzend zur Einzelberatung werden Informationsveranstaltungen und Gesundheitskurse angeboten.

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